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EU untersucht DRM-Investition von Microsoft und Time Warner weiter

16.08.2004

Die Kartellwächter der Europäischen Union haben eine verlängerte Untersuchung einer geplanten Kooperation zwischen Microsoft und Time Warner zwecks gemeinsamer Entwicklung von Antipiraterie-Software angekündigt. Einen Grund dafür nannte Amelia Torres, Sprecherin der EU-Kommission, nicht. Üblicherweise bedeutet ein solcher Schritt aber, dass die Brüsseler Exekutive mehr Zeit benötigt, um die Konzessionen zu prüfen, die Firmen anbieten, um Wettbewerber zu beruhigen. Bis zum 25. August muss die Kommission nun entscheiden, ob sie den Deal freigibt oder weitere viermonatige Untersuchung folgen lässt.

Microsoft und Time Warner hatten im vergangenen April angekündigt, sie wollten den Anteil von Xerox an Contentguard übernehmen (Computerwoche.de berichtete), das Programme herstellt, die das illegale Kopieren digitaler Inhalte verhindern sollen (Digital Rights Management = DRM). Der Wert der Transaktion wurde nicht genannt; Xerox verbuchte aber später einen Gewinn aus dem Verkauf von 83 Millionen Dollar. Microsoft und Time Warner erklärten laut "Wall Street Journal", sie kooperierten mit der Kommission, um eine rasche Freigabe sicherzustellen. Microsoft-Sprecher Dirk Delmartino ergänzte, ihm sei keine diesbezügliche Kartelluntersuchung in den USA bekannt. (tc)