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EU unterstützt US-Beschwerde gegen chinesische Halbleitersteuer

01.04.2004

Die EU steht hinter den Bemühungen der USA, China zur Aufgabe seiner Steuersubventionen für einheimische Chiphersteller zu bewegen. Wie einen Sprecherin der EU-Kommission bekannt gab, hat die EU angeboten, bei der WTO-Beschwerde als Vermittler zu fungieren. Die Vereinigten Staaten hatte sich Mitte März bei der Welthandelsorganisation darüber beklagt, dass US-Hersteller auf Chipexporte ins Reich der Mitte eine 17-prozentige Mehrwertsteuer zahlen müssen. Einheimische Halbleiterunternehmen hingegen würden nur mit drei bis sechs Prozent Steuer zur Kasse gebeten (Computerwoche.de berichtete).

Die EU selbst ist von der Regelung kaum betroffen. Der größte Chiphersteller Infineon profitiert sogar davon, da er in China produziert. Sprecherin Arancha Gonzalez erklärte jedoch, das Interesse der EU an dem Fall sei grundsätzlicher Art: "Heute dreht es sich um Chips, morgen um andere Produkte, die für uns mehr von Bedeutung sind."

China ist mit knapp 20 Milliarden Dollar Jahresumsatz der weltweit drittgrößte Chipmarkt. Wegen des enormen Bedarfs kann das Reich der Mitte aber lediglich ein Fünftel mit der eigenen Produktion decken. (mb)