Neue Vorgaben fürs Internet

EU-Parlament: Ab 2015 Schluss mit Roaming-Gebühren

Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Das europäische Parlament sagt dem Roaming innerhalb der EU den Kampf an. Sein Vorschlag sieht vor, dass ab Dezember 2015 Schluss mit Roaming ist.
EU-Parlament will Ende der Roaming-Gebühren.
EU-Parlament will Ende der Roaming-Gebühren.
Foto: European Union

Gute Nachrichten für Europareisende: Geht es nach einem Vorschlag des europäische Parlaments fallen ab dem 15. Dezember 2015 keine Roaming-Gebühren mehr für die Mobilfunknutzung innerhalb der EU an. Das klingt zunächst zu gut, um wahr zu sein - und tatsächlich gibt es Einschränkungen: Laut einem Mitglied des Parlaments sollen TK-Anbieter gegen "abnormale oder missbräuchliche Nutzung von Roaming-Diensten" vorgehen dürfen.

Sprich, die Anbieter dürfen - unter bestimmten Umständen - auch weiterhin Roaming-Gebühren verlangen, diese müssen aber unterhalb der aktuellen Vorgaben für das Roaming liegen. Aktuell dürfen abgehende Gespräche in der EU nicht mehr als 24 Cent pro Minute kosten, ankommende Gespräche dürfen maximal 7 Cent pro Minute kosten. Für SMS-Nachrichten dürfen maximal 8 Cent berechnet werden. Zudem besteht ein Cut-Off-Mechanismus ab einem Betrag von 50 Euro.

Mehr Netzneutralität und schnelleres Internet

Neben den neuen Regeln für die mobile Telefonnutzung will das europäische Parlament auch beim Internet-Zugang einige Neuerungen einführen. Neue, striktere Regeln sollen verhindern, dass Telekom-Unternehmen Konkurrenten ausbremsen oder komplett blocken. Wer sich hiervon allerdings eine komplette Netzneutralität erhofft, wird im nächsten Satz enttäuscht: Davon nicht betroffen sind Regelungen, mit denen Anbieter bestimmte Dienste bevorzugen können. Explizit werden etwa Video-on-Demand-Dienste oder geschäftskritische und datenintensive Cloud-Dienste genannt.

Ein anderes großes Thema ist der Zugang zu schnellerem Internet. Immer mehr Nutzer füllen die verfügbaren Funkspektren. Deshalb will es das Parlament vereinfachen, dass verfügbare Spektren genutzt werden können. Über die Vorschläge sollen in der Plenarsitzung am 2. und 3. April im europäischen Parlament abgestimmt werden.