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EU-Kommission nimmt T-Mobile und Vodafone ins Visier

11.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die EU-Kommission hat ein Kartellverfahren

gegen die Mobilfunkanbieter T-Mobile und Vodafone auf dem deutschen Markt eröffnet. Die Wettbewerbshüter haben den Verdacht, dass die beiden Marktführer ihre Monopolstellung ausnutzen, um zu hohe Roaming-Gebühren von ausländischen Anbietern zu verlangen. Diese fallen an, wenn deren Kunden in Deutschland die Netze von T-Mobile und Vodafone nutzen.

Die Betreiber bestätigten den Eingang entsprechender Anfragen aus Brüssel. Ein Sprecher von T-Mobile in Bonn wies die Vorwürfe als "unbegründet und nicht nachvollziehbar" zurück. In den vergangenen Monaten und Jahren habe die Telekom-Tochter mit zahlreichen Initiativen die umstrittenen Roaming-Gebühren um bis zu 50 Prozent gesenkt. Für die Preise sei außerdem nicht T-Mobile, sondern die ausländischen Netzbetreiber verantwortlich. Ein Sprecher von Vodafone D2 in Düsseldorf sagte lediglich, dass die Anfragen der Kommission geprüft und in angemessener Zeit beantwortet würden.

Die Unternehmen haben nun drei Monate Gelegenheit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Erhärtet sich der Verdacht, droht den Firmen ein Verfahren wegen Missbrauchs ihrer Monopolmacht und im schlimmsten Fall eine Strafe von bis zu zehn Prozent ihres Umsatzes. Bereits im vergangenen Sommer hatte Brüssel Vodafone und O2 in ähnlichen Fällen in Großbritannien abgemahnt. (dpa/mb)