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Es mangelt an Outsourcing-Managern

21.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf der US-amerikanischen Fachmesse Outsourceworld, die am 18. und 19. Oktober in New York stattfand, beklagten Teilnehmer den Mangel an geeigneten Fachkräften für das Management von Outsourcing-Beziehungen. "90 Prozent der Projekte scheitern, weil die Kunden nicht die Ergebnisse der geleisteten Aufgaben messen", warnte etwa Keith Fiveson, Managing-Consultant bei dem Beratungshaus Itesa in New York. Er fügte hinzu, die Unternehmen hätten Schwierigkeiten, erfahrene Mitarbeiter zu finden, die bereits Outsourcing-Verträge verhandelt und Beziehungen mit externen Partnern gepflegt hätten.

In den USA ist die Outsourcing-Diskussion vor allem vom Offshoring, also von der Verlagerung der Arbeit vor allem nach Indien, geprägt. Auf dem Subkontinent tobt der Wettbewerb um Talente, die Fluktuation unter den indischen Mitarbeitern ist erheblich. Auch dieser ständige Wechsel der Ansprechpartner trägt offenbar zur wachsenden Unzufriedenheit mit Outsourcing-Projekten bei. Dieses Problem lässt sich nur durch eine engere Führung des entfernten Partners beheben, doch das laugt die US-amerikanischen Manager offenbar aus. Die für die Indien-Kontakte zuständigen Mitarbeiter stehen oft vor Morgengrauen auf, koordinieren die Aufgaben mit den indischen Partnern, um danach ihren vollen Arbeitstag im Büro anzutreten. "Das mag für ein oder zwei Woche klappen, aber nach sechs Monaten entgleitet ihnen das Projekt", warnte Tarun Mehta, Managing Director bei NeoIT, einem Beratungshaus aus San Ramon. Er plädiert dafür, die Verantwortung für Offshore-Projekte an die oberen Management-Etagen im Unternehmen zu delegieren. (jha)