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Erneute Abzocke mit Domain-Betrügerei

22.08.2007
Von pte pte
Fragwürdige "Dienstleister" spielen mit dem Unwissen der Nutzer und kassieren dafür viel Geld.

So mancher Domain-Besitzer hat in den vergangenen Wochen E-Mails des belgischen Unternehmens Domain Renewal SA in seinem Postfach gefunden. In der elektronischen Post werden die Empfänger darauf aufmerksam gemacht, dass ihre registrierte Domain bald ausläuft und sie sich um eine Verlängerung bemühen müssten. Passend dazu bietet Domain Renewal sofort an, dies zu erledigen. Nach Anklicken eines entsprechenden Links wird ein Angebot unterbreitet. Satte 69 Dollar kostet die Inanspruchnahme des Angebots - ein Vielfaches der sonst marktüblichen Kosten. "Diese Betrugsschiene ist nicht ganz neu und taucht von Zeit zu Zeit wieder auf", sagt Richard Wein, Geschäftsführer der österreichischen Domainverwaltung nic.at, im Gespräch mit pressetext. Sie richtet sich an Besitzer von generischen Top Level Domains (gTLD), da diese ein Ablaufdatum haben. "Diese müssen aktiv verlängert werden, bei Nichtbezahlung laufen diese sonst automatisch aus", weiß Wein. Anders verhält es sich bei den country-code TLDs (wie .at, .de oder .ch). "Diese müssen aktiv gekündigt werden und werden nicht automatisch gelöscht", so Wein.

Firmen wie Domain Renewal durchforsten die Whois-Datenbanken, um an die entsprechenden Informationen zu gelangen. Die E-Mails enthalten die URL der betroffenen Internetadresse sowie einen Link, mit dem man die Adresse sofort verlängern kann. Sobald der Betrag bezahlt sei, gelte die Adresse als verlängert, verspricht Domain Renewal. Logos von bekannten Unternehmen wie Oracle, Cisco und Microsoft auf der Homepage von Domain Renewal sollen den Eindruck verstärken, dass es sich um ein seriöses Unternehmen handelt. Zudem ist die Webseite in vier Sprachen ausgeführt. Durch bedrohlich klingende Hinweise wie "Ihre Domain kann verschwinden" oder "Domainverlust bei Erreichen des Ablaufdatums" soll der User zum Handeln gedrängt werden.

"Bei diesen Angeboten wird mit der Unwissenheit der User gespielt. Allerdings konnten wir in der Vergangenheit schon eine deutliche Verbesserung beobachten", so Wein. Derartigen Betrügern gehen immer weniger Domainbesitzer auf den Leim. 2004 versuchte "Domain Registry of America" beziehungsweise "Domain Registry of Europe" mit Hinweisen wie "Important Notice" zahlreiche Domain-Inhaber zu unseriösen Verträgen zu bewegen. Vergangenen September schließlich versuchte die Firma "DAD Deutscher Adressdienst GmbH" mit postalisch verschickten Formularen, Domainbesitzer zu prellen. Was zunächst nach einer einfachen Möglichkeit der Datenaktualisierung aussah, entpuppte sich als Eintrag in eine zweifelhafte Datenbank. Der Preis dafür lag bei knapp 1.000 Euro jährlich. (pte)