Sparprogramm wird verschärft

Ericsson trotzt der Wirtschaftsflaute

21.01.2009
Der weltgrößte Telekomausrüster Ericsson kann der Wirtschaftsflaute noch trotzen, verschärft aber trotzdem seinen Sparkurs.

Dank einer soliden Nachfrage und positiver Währungseffekte verbuchten die Schweden im vierten Quartal ein kräftiges Umsatzplus. Die Gewinne wurden jedoch durch Kosten für den laufenden Unternehmensumbau geschmälert. Gleichzeitig kündigte Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg am Mittwoch in Stockholm an, den Sparkurs des Unternehmens noch verschärfen zu wollen.

Ericsson-Chef Carl-Henrik Svanberg
Ericsson-Chef Carl-Henrik Svanberg

"Wir hatten eine solide Entwicklung im Jahr 2008", kommentierte Svanberg die Ergebnisse. Der Umsatz im Schlussquartal stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 67 Milliarden schwedische Kronen (umgerechnet 6,2 Milliarden Euro). Der Überschuss schrumpfte allerdings belastet vom anhaltenden Konzernumbau um 31 Prozent auf 3,9 Milliarden Kronen. Der Umbau des Unternehmens kostete im abgelaufenen Quartal allein bei Ericsson 2,3 Milliarden Kronen. Hinzu kamen 700 Millionen Kronen bei Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson. Vorbörslich legte die Aktie Marktteilnehmern zufolge bereits kräftig zu.

Mehr sparen

Die 2008 angekündigten Sparziele seien übertroffen worden, verkündete Svanberg. Das Sparprogramm werde aber angesichts des derzeitigen Umfelds ausgeweitet. Von der zweiten Jahreshälfte 2010 an würden jährliche Einsparungen von zehn Milliarden schwedischen Kronen angepeilt. Dabei sollen unter anderem Synergien zwischen verschiedenen Technologien gehoben werden. Doch zunächst kostet der Umbau weitere sechs bis sieben Milliarden Kronen.

Von weiteren Stellenstreichungen war zunächst nicht die Rede. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Mobilfunkausrüster auf den Wettbewerbsdruck in der Branche mit einem Sparprogramm reagiert, das eine Kostenreduzierung von vier Milliarden Kronen pro Jahr und den Abbau von 4000 Arbeitsplätzen vorsah. Das Handy-Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson hatte im vergangenen Quartal erneut rote Zahlen geschrieben und seinen Sparkurs ebenfalls verschärft.

Wirtschaftskrise noch nicht zu spüren

Für die Zukunft zeigte sich Svanberg verhalten zuversichtlich. Die Rezession dürfte sich nicht so deutlich auf den weltweiten Handy-Netzwerkmarkt auswirken, da die meisten Betreiber über eine gesunde Finanzposition verfügten. Der Datenverkehr wachse und die Netze seien gut ausgelastet. Es bleibe aber schwierig, genauer vorherzusagen, in welchem Ausmaß die Konsumausgaben im Telekombereich betroffen seien. Bislang sei im eigenen Infrastrukturbereich von der Krise noch nichts zu spüren. Für 2009 könne sich das aber ändern, warnte Svanberg. (dpa/tc)