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Erderwärmung hat nicht nur negative Auswirkungen

13.02.2008
Von pte pte
Das Risiko einer verheerenden Hitzewelle in Großbritannien innerhalb der nächsten zehn Jahre ist hoch. Die allgemeine Erderwärmung könnte jedoch auch dazu führen, dass weniger Menschen aufgrund der herrschenden Temperatur sterben. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Department of Health http://www.dh.gov.uk gekommen. Das Gesundheitsministerium warnt, dass ein sehr heißer Sommer vor 2017 mehr als 6.000 Todesopfer fordern könnte. Gleichzeitig wird allerdings betont, dass mildere Winter weniger Todesfälle bedeuteten. Die Anzahl der Hitzeopfer wäre bei diesem Szenario deutlich geringer als die der Kälteopfer. Ziel der Studie ist es, das staatliche Gesundheitswesen auf die Auswirkungen der Klimaveränderung vorzubreiten.

Ein Wissenschaftlerteam des Ministeriums und der Health Protection Agency (HPA) http://www.hpa.org.uk untersuchte, wie Großbritannien seit den siebziger Jahren auf die steigenden Temperaturen reagiert hat und wie sich die Risiken wahrscheinlich verändern werden. Zwischen 1971 und 2003 wurden die Sommer wärmer. Es kam zu keiner Veränderung bei den hitzebedingten Todesfällen. Die Anzahl der kältebedingten Todesfälle sank um drei Prozent als die Winter milder wurden. Allgemein starben weniger Menschen aufgrund von extremen Temperaturbedingungen. Verantwortlich dafür macht die Studie vor allem die Bereitschaft zu zwangloserer Kleidung und den Trend weg von körperlicher Arbeit.

Trotzdem besteht derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent, dass der Südwesten Englands bis 2017 einer schweren Hitzewelle ausgesetzt sein wird. Die Folge könnten 3.000 Todesfälle in direkter zeitlicher Nähe und weitere 3.000 im Verlauf des Sommers sein. Die Autoren der Studie räumen laut BBC ein, dass es schwierig ist, Hitzewellen vorherzusagen. Trotzdem bestehe ein "hohes" Risiko. Im Vergleich dazu sterben derzeit jährlich in Großbritannien durchschnittlich 20.000 Menschen aufgrund zu niedriger Temperaturen. Die Auswirkungen der Luftverschmutzung lassen sich ebenfalls verschieden bewerten. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist es wahrscheinlich, dass die Werte bei mehreren entscheidenden Schadstoffen innerhalb der nächsten 50 Jahre sinken. Die Ozonmenge kann jedoch sehr wohl ansteigen. Damit einhergehen vor allem bei Asthmatikern oder bestehenden Lungenproblemen Schwierigkeiten bei der Atmung. Die Folge könnten jährlich 1.500 zusätzliche Krankenhausaufenthalte und Todesfälle sein.

Die Anzahl der Erkrankungen an Hautkrebs wird wahrscheinlich ebenfalls ansteigen. Andere Gefahrenszenarios dürften sich jedoch als weniger bedrohlich erweisen als bisher angenommen. Malariaausbrüche dürften nach einer Neubewertung der vorliegenden Daten eher selten bleiben. Übertragende Erkrankungen könnten sich so problematisch werden wie ursprünglich angenommen. Erkrankungen aufgrund der Ernährung dürften jedoch ein Thema bleiben. Besser Hygiene wird laut Studie erforderlich sein, um einen 14,5 prozentigen Anstieg bei Bakterien wie Salmonellen zu verhindern. Plötzliche schwere Regenfälle könnten die Gefahr von Überflutungen steigern. Jene Formen, die mit der Schneeschmelze zusammenhängen, dürften jedoch seltener werden. Hochwasser traumatisiert zwar die direkt Betroffenen, fordert jedoch vergleichsweise wenig direkte Todesopfer. Relativ wenig weiß man derzeit über die gesamten Auswirkungen eines Hochwassers. Hier sei, laut Studie, noch mehr Forschungsarbeit zu leisten. (pte)