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Ellison: Die IT-Branche bleibt nicht auf ewig "jung"

17.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Oracle-Chef Lawrence "Larry" Ellison erwartet, dass der IT-Branche eine Konsolidierungswelle ins Haus steht, nach der sie weit mehr als bisher wie eine reife "Old-economy"-Industrie aussehen wird. "Unser Business wird ähnlich wie die Automobilbranche eine massive Konsolidierung durchlaufen", schrieb der Oracle-Boss auf Fragen von Lesern der Online-Ausgabe der "Financial Times". "Es gibt diese Fantasie, die Computerindustrie könne auf ewig jung bleiben. Ich halte das für lächerlich. Unternehmen verschwinden massenhaft. Jede Industrie wird reifer. Ist die Technik-Branche hier eine Ausnahme? Auch sie wird reifen. Der Eisenbahn erging es so, dem Ölindustrie ebenso."

Oracle selbst sei in Hochzeiten des Dotcom-Booms unter Druck durch kleinere Anbieter von E-Commerce-Software geraten. Viele von diesen seien mittlerweile verschwunden oder kämpften ums Überleben. "Alle Industrien beginnen mit vielen kleinen Firmen, die konsolidiert werden", konstatiert der Herr über Oracle. "Irgendwie sagen die Leute aber immer noch: ‘Dies wird der Technologie nicht passieren.‘ Wirklich?" Einen guten Rat hat Ellison auch noch für Möchtegern-Hightech-Firmengründer: "Finger weg vom Technolgiegeschäft - es ist zu spät. Es wird keine weiteren großen Unternehmen mehr geben."

Den bislang größten geplanten Merger der IT-Branche, die geplante Fusion von Hewlett-Packard und Compaq, hält Ellison übrigens für beide Seiten für nicht notwendig. "Ich glaube nicht, dass sie fusionieren müssen", so der Oracle-CEO weiter. "Wenn der Merger gut gemanaged wird, kann er sehr erfolgreich sein. Es geht nur ums Management. Kann das Gemeinschaftsunternehmen Erfolg haben? Ja, wenn es gut gemanaged wird. Können beide Unternehmen separat erfolgreich sein? Die Antwort ist die gleiche." (tc)