E-Ink "Triton"

Elektronisches Papier jetzt auch in Farbe

10.11.2010
Von pte pte
Das Unternehmen E Ink hat auf der Display-Messe FPD International mit "Triton" eine Farbversion seiner E-Papier-Technologie vorgestellt.
Hanvon-E-Reader mit farbigem E-Ink-Display ("Triton")
Hanvon-E-Reader mit farbigem E-Ink-Display ("Triton")
Foto: Hanvon

Triton kann neben 16 Graustufen auch "tausende Farben" darstellen, so das Unternehmen. Das ermöglicht eine neue Generation von E-Readern, die wie Amazons Kindle im Vergleich zu Geräten mit LC-Display deutlich stromsparender sind.

"Farbige E-Reader sind eine logische Weiterentwicklung der Schwarzweiß-Geräte", meint IDC-Analyst Rüdiger Spies gegenüber pressetext. Interessanter ist aus seiner Sicht, dass mit Hanvon ein chinesischer Hersteller das erste Modell mit Trition-Display auf den Markt bringen wird. "Damit macht sich China zum Innovationstreiber", betont er.

Farbe aus kompetenter Hand

E Inks E-Papier war schon bisher die Technologie der Wahl für die meisten reinen E-Reader. Sie gilt als augenfreundlicher und ist stromsparender als LC-Displays, wie sie in E-Book-freundlichen Farb-Tablets zum Einsatz kommen. Mit Trition schafft die Technologie einen wichtigen Schritt. Denn Schwarzweiß-Reader wie Kindle und Co können Farbfotos und somit Magazine nicht gut darstellen. Das ändert sich mit Triton, das laut E Ink auch einen um 20 Prozent schnelleren Seitenaufbau erlaubt als bisher.

"Triton ist ein wichtiger Meilenstein in der E-Book-Revolution", meint daher Hanvon-Chairman Liu Yingjian. Das Unternehmen prescht nun mit dem ersten Farb-E-Reader auf E-Papier-Basis vor. Obwohl der Hersteller im Westen kaum bekannt ist, darf man von einem durchaus praxistauglichen Modell ausgehen. "Angesichts seiner Markposition bei E-Readern in China wagt sich Hanvon nicht besonders weit vor", erklärt Spies.

Wandel der Zeit

Für die Elektronikbranche allgemein ist Hanvons Farb-E-Reader möglicherweise ein Vorgeschmack auf einen neuen Innovationstrend. "Wir könnten noch andere Märkte erwarten, in denen die Chinesen die Ersten sein werden", erläutert der IDC-Analyst. "Westliche Erfinder und Entwickler sollten sich darauf einstellen und schon mal 'mobil machen', damit China innovationsmäßig nicht davon zieht - diese Gefahr wird jetzt greifbarer denn je."

Reine E-Reader dagegen haben nach Ansicht von Spies trotz technologischer Neuerung wohlein Ablaufdatum. "Sie werden wohl nur dann längerfrsitig überleben, wenn sie frei nach Rockefeller quasi als geschenkte Lampe für das zu verkaufende Öl dienen", meint er. Letzteres sind im Fall der E-Reader elektronische Bücher, Zeitschriften und Zeitungen. Wahrscheinlicher sei aber, dass E-Reader langfristig ähnlich wie GPS-Systeme eher als ein Bestandteil in anderen Geräteklassen aufgehen. (pte)