Elektronische Haustiere: Angriff der BIO-Bugs

Senior Communication Managerin bei der Content Marketing Agentur Evernine
Plüschtiere als Weihnachtsgeschenk sind out - Technofreaks kaufen Hausgenossen mit Grips in Form von Mikrochips.

Neuestes Mitglied der Hasbro-Familie ist der Roboterhund "i-Cybie". Im Aussehen ähnelt er den Aibo-Produkten aus dem Hause Sony. Durch eine Stimmerkennung kann i-Cybie auf seinen Besitzer reagieren und lernt, seinen Befehlen zu "gehorchen". Außerdem registriert er per Sensoren Hindernisse und weicht ihnen aus. 16 miteinander verbundene Motoren sorgen für Bewegungsabläufe wie Männchen machen. Die Augen verraten, wie das Tier gestimmt ist und den Ladezustand der Batterie: Sie leuchten oder blinken rot oder grün.

Durch integrierte Funktionen aus dem Bereich künstlicher Intelligenz macht der E-Hund einen mehrphasigen Entwicklungsprozess vom verspielten Welpen zum erwachsenen Hund durch. Ausgereifter und kostspieliger als der 220 Euro teure i-Cybie sind die Robo-Dogs der Aibo-Familie. Die preiswertesten Mitglieder "Latte" und "Marconi" kosten stolze 2200 Mark. Dafür können sie beispielsweise Stimmen imitieren und mit ihren Augen Fotos aus der Hundeperspektive schießen, die sich der Besitzer dann auf dem PC anschauen kann.

Wer ein elektronisches Haustier bevorzugt, das an Ort und Stelle bleibt und zudem kostengünstig ist, dem bietet Hasbro die sprechende Muschel "Shelby". Geräusch-, Bewegungs-, Berührungs- und Lichtsensor lassen sie "emotional" auf ihre Umwelt reagieren, und mit Hilfe des Infrarotsensors kommuniziert Shelby mit anderen Artgenossen. Die Muschel kann ihre Augen, den Mund und die Antennenfühler bewegen, und wenn sie Angst hat oder erschreckt wird, dann versteckt sie sich in ihrer Schale.

Allerdings gibt es Shelby nur mit englischem Sprachchip. Ihr Wortschatz umfasst 275 Wörter und über 1000 Sätze. In der zweiten Hälfte des nächsten Jahres geht dann das große Krabbeln los: Die BIO-Bugs kommen. BIO steht für "Bio-mechanical Integrated Organisms". Durch diese Art der künstlichen Intelligenz sollen die Roboterinsekten lernfähig sein und auch ohne menschliches Eingreifen angemessen agieren können. Die Käfer machen zwölf Entwicklungsstadien durch. Dabei nehmen sie über eine Antenne Kontakt zur Umwelt und zu Artgenossen auf. Im ersten Stadium, der Baby-Phase, wird hauptsächlich Energie getankt und das Terrain erkundet, danach bewegen sie sich immer geschickter in ihrem Umfeld.

Der amerikanische Hersteller Wowwee bietet vier verschiedenfarbige und mit unterschiedlichen Charakteren ausgestattete elektrische Insekten an. Samt Fühler sind sie über 40 Zentimeter lang, knapp 23 Zentimeter breit und laufen auf zehn Zentimeter hohen Beinen. Die Kommunikation erfolgt per Infrarot, allerdings auf Spezies-abhängigen Wellenlängen. Die Reaktion auf den Kontakt ist dann abhängig vom Insekt und vom Reifegrad: Sie kann freundlich oder kämpferisch ausfallen. Empfängt beispielsweise der ausgewachsene, von Natur aus aggressive rote "Predator" den Code des friedlicheren blauen "Stomper", dann greift er diesen an. Der Stomper wiederum zeichnet sich durch hohe Beweglichkeit aus und flüchtet.

Der grüne "Destroyer" hat gute Chancen, eine Attacke zu überstehen, da sein herausragendes Merkmal eine spezielle Schutzoberfläche ist. Der gelbe "Acceleraider" wiederum ist sehr schnell. Kontrollieren lassen sich die Aktionen über eine Fernbedienung, die auch gleichzeitig als Futterstation zum Aufladen der Batterien dient. Pazifistische Bug-Besitzer können ihr Tierchen auch nur als friedlichen Begleiter nutzen: Hierzulande werden die Bugs laut Hasbro in der zweiten Jahreshälfte für knapp 60 Euro auf den Markt kommen. Wer nicht warten will, kann sie online aus den USA ordern. Ohne Liefergebühr kosten sie 40 Dollar.