Pricewaterhouse Coopers benötigt 500 neue Berater

Einsatzbereitschaft ist oberste Priorität

Ina Hönicke ist freie Journalistin in München.
Die Pricewaterhouse Coopers (PwC) Unternehmensberatung lockt mit der Bekanntheit ihres Namens, ihrer Größe und Internationalität. Dafür muss der Hochschulabsolvent auch einen hohen Preis zahlen.

"Wir haben im letzten Jahr in Deutschland 800 Berater eingestellt, dieses Jahr bis jetzt 350 und wir suchen noch weitere", erklärt Norbert Englert, als Mitglied der Geschäftsführung verantwortlich für Personal bei der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers in Frankfurt. Trotz dramatischer Personalknappheit im IT-Markt ist er überzeugt, bei der Suche nach den richtigen Leuten erfolgreich zu sein. Schließlich handle es sich bei seinem Unternehmen um einen attraktiven Arbeitgeber, was vielen Hochschulabsolventen auch bewusst sei.

Nicht umsonst würde PwC, so Englert, bei Umfragen einen hohen Wiedererkennungswert aufweisen. Das Frankfurter Beratungshaus gehört zu der Gruppe PwC Deutsche Revision, einer der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften. Im internationalen PwC-Verbund sind mehr als 155 000 Mitarbeiter in über 150 Ländern beschäftigt. Allein in der Unternehmensberatung in Deutschland arbeiten derzeit mehr als 2000 Berater an zwölf Standorten.

Wer das Unternehmen vor allem in die Schublade Wirtschaftsprüfung steckt, tut ihm unrecht. Als weltweit größter Implementierungspartner von SAP haben sich die Berater seit langem genauso einen Namen gemacht wie in der Prozessoptimierung und Technologieberatung.

Überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft

Für die Zukunft hat sich PwC vor allem den strategisch wichtigen Bereich des E-Business aufs Panier geschrieben. Für Englert steht fest, dass Kooperationen und das Eingehen von Allianzen für den Erfolg im Beratungsgeschäft immer wichtiger werden: "Der kurzzeitige Einzug von Beraterteams für einzelne Projekte in ein Unternehmen, der oftmals mit fehlender Identifikation und Umsetzungsbarrieren bei den Mitarbeitern des Kunden verbunden ist, hat dann ein Ende."

Um erfolgreich agieren zu können, benötigt das Unternehmen qualifizierte, junge Leute, die neben Fachwissen über soziale Kompetenzen verfügen, die sowohl flexibel als auch kreativ sind, die eher an Ergebnissen denn am Aufwand interessiert sind. Vor allem aber, so der Frankfurter Unternehmensberater, müssen sie überdurchschnittlich einsatzbereit sein.

Englert weiß, dass die Anforderungen hoch sind. Dafür würden den Neueinsteigern gute Karriereaussichten und die Möglichkeit geboten, auch im Ausland Geschäftsluft schnuppern zu können. Interessierte Mitarbeiter könnten entweder projektbezogen in einem anderen Land arbeiten oder sich, nach einigen Jahren in Deutschland, zu einer Schwestergesellschaft transferieren lassen. Für die Beraterjobs werden Wirtschaftswissenschaftler, Wirtschaftsingenieure, aber auch Newcomer mit einem Informatik- oder Wirtschaftsinformatik-Hintergrund gesucht. Von den potenziellen Mitarbeitern für den Bereich E-Business würde darüber hinaus umfassendes Technologie-Know-how verlangt. Dabei spiele es keine Rolle, ob sich Einsteiger eher zum Spezialisten entwickeln möchten oder einen generalistischen Ansatz gewählt hätten.

Jeder neue Mitarbeiter gehört einer so genannten Practice Unit an. Diese Brancheneinheiten umfassen Finanzdienstleister, die herstellende Industrie (Consumer & Industrial Products), Dienstleistungsunternehmen und -organisationen, die Energiewirtschaft sowie die Bereiche Information, Telekommunikation und Medien. Innerhalb einer solchen Einheit wird dem Einsteiger ein Partner zugeteilt, den er als permanenten Ansprechpartner behält und der seine Karriereentwicklung fördert.

Schnelle Einsicht in andere Unternehmen

Um den jungen Leuten die Karriereplanung zu erleichtern und um sicherzustellen, dass ihr Know-how auf dem neuesten Stand ist, wurde das Global Capabilities Framework (GCF) entwickelt. Mit Hilfe des individuellen GCF-Profils sollen die Erfahrungen und Fähigkeiten der Mitarbeiter im gesamten Verbund des Unternehmens international vergleichbar werden. Der Karriereweg geht über den Consultant, den Principal Consultant, Senior Manager und schließlich möglicherweise zum Partner.

Auf die Frage, warum junge Leute sich eher für ein Beratungshaus als für ein Anwenderunternehmen entscheiden sollten, hat Englert folgende Antwort parat:"Der größte Vorteil ist die schnelle Einsicht in Topunternehmen unterschiedlicher Couleur. Dazu kommt das Kennenlernen methodischer Vorgehensweisen sowie die vielfältigen Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten." Der Frankfurter Bera- tungsfachmann weist noch auf einen anderen Aspekt hin. Seiner Meinung nach ist der Einstieg in die Unternehmensberatung auch für diejenigen interessant, die mittel- oder langfristig ihre Karriere woanders sehen. Mit dem gewonnenen Know-how stünden den Consultants alle Türen offen.