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Einkaufsboom im Internet soll Wirecard auch 2015 Flügel verleihen

19.11.2014
Der Boom beim Internetshopping bleibt anscheinend ungebrochen: Der Zahlungsabwickler Wirecard will auch 2015 kräftig an den Online-Zahlungen mitverdienen und stellt weitere Gewinnsprünge in Aussicht.

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) will das TecDax-Unternehmen zwischen 205 und 225 Millionen Euro verdienen. Das ist noch einmal deutlich mehr als die für dieses Jahr veranschlagten 170 bis 177 Millionen Euro. Grundlage ist die starke Gewinnentwicklung: Im dritten Quartal standen mit 29,3 Millionen Euro gut 38 Prozent mehr Gewinn unter dem Strich als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Mittwoch in Aschheim bei München mitteilte.

Wirecard profitiert vor allem vom Trend zum Einkaufen im Internet, wo es Online-Shops oder Kreditkartenfirmen die Abwicklung des Zahlungsverkehrs anbietet. Was Handelsriesen wie den US-Konzern Amazon oder die chinesische Handelsplattform Alibaba antreibt, macht sich auch bei Wirecard bezahlt: In den ersten neun Monaten betrug das über die Wirecard-Systeme abgewickelte Transaktionsvolumen 24,4 Milliarden Euro - fast 30 Prozent mehr als vor einem Jahr. Neben dem Versandhandel verdient Wirecard auch an Musik- und App-Downloads mit.

Markus Braun, Vorstandschef von Wirecard
Markus Braun, Vorstandschef von Wirecard
Foto: Wirecard

"Internet-Technologien werden künftig die dominierenden Technologien im Bereich Zahlungsabwicklung in allen Vertriebskanälen sein: online, mobil und am Point-of-Sale", sagt Vorstandschef Markus Braun. Nicht zuletzt wollen mehr und mehr Internet- und Elektronikkonzerne wie Google und zuletzt Apple mit mobilen Bezahlsystemen an dem Trend teilhaben.

Stark auf dem Vormarsch ist Wirecard vor allem in Asien: Dort setzen sich wegen des oft erschwerten Zugangs zu herkömmlichen Bankkonten mehr und mehr mobile Zahlungssysteme und Prepaid-Kreditkarten durch. Am Dienstag hatte Wirecard auf diesem Gebiet eine ausgeweitete Kooperation mit dem US-Kreditkartenriesen Visa verkündet.

Die übrigen Zahlen hatten die Bayern schon vorab mitgeteilt: Ein Umsatzplus von knapp einem Viertel auf 155,4 Millionen Euro, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um über ein Drittel auf 46 Millionen. Die Prognose für das operative Ergebnis im kommenden Jahr lag im Rahmen der Erwartungen von Analysten - am Markt lag die Aktie nach dem starken Lauf der vergangenen Tage zuletzt gut zwei Prozent im Minus. Analyst Ali Farid Khwaja von der Privatbank Berenberg sah in der früh vorgelegten Prognose ein Zeichen weiterhin starker Wachstumsaussichten. (dpa/tc)