2008 und die Krise

Ein schwarzes Jahr für das Silicon Valley

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Das vergangene Jahr lief für die meisten Technologieunternehmen im Silicon Valley schlecht. Die wenigen Ausnahmen bestätigten die traurige Regel.

Für die Unternehmen im Tech-Index "Silicon Valley 150", der von der Zeitung "San Jose Mercury News" erstellt wird und in der Region ansässige Firmen berücksichtigt, war das Jahr 2008 von schlechten Nachrichten geprägt. Der Abschwung war allgegenwärtig, lediglich einige Konzerne sowie Tech-Sektoren konnten sich dem Trend widersetzen. Ein paar Fakten machen deutlich, dass es sich um das schlechteste Jahr seit 2001 gehandelt hat:

  • Der Umsatz der SV150-Unternehmen stieg lediglich um fünf Prozent.

  • Die Gewinne schrumpften um stattliche 52 Prozent.

  • Die Marktkapitalisierung der Internet-Unternehmen schrumpfte um 36 Prozent. Yahoos Börsenwert halbierte sich von 38 Milliarden auf 19 Milliarden Dollar.

  • Die Hardware-Hersteller Hewlett-Packard und Apple steigerten ihre Einnahmen gegen den Trend.

  • HP führt die Umsatzrangliste mit 118 Milliarden Dollar und riesigen Abstand vor Cisco an.

  • Knapp die Häfte der Softwareanbieter verzeichnete Verluste. Oracle steigerte den Umsatz um zwölf Prozent und war sehr profitabel.

  • Chip-Hersteller - die Basis des Silicon Valley - sind mit 200.000 Angestellten immer noch wichtig. Allerdings fiel Intel nach Einnahmen auf den dritten Rang hinter Cisco zurück. Einige Analysten fürchten, dass Intel in Kürze den ersten Quartalsverlust nach 22 Jahren melden wird. Nvidia, National Semiconductor und Zoran litten massiv unter der Krise.

  • Biotech-Firmen kamen relativ gut durch die Rezession.

  • Netzwerk-Lieferanten - also Cisco und einige kleinere Unternehmen - haben sich ebenfalls gut gehalten.

Während das Jahr 2008 für HP, Apple und Oracle relativ gut gelaufen ist, mussten sich viele Unternehmen und Angestellte des Silicon Valley mit der Krise herumschlagen. Im Gegensatz zur Dotcom-Blase waren sie diesmal allerdings nicht dafür verantwortlich. Wenn die Rezession andauert, ist davon auszugehen, dass 2009 negative Rekordmarken setzen wird.