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Ein freier Parkplatz dank Intel?

06.05.2004

Während sich Intel-Technologie heute hauptsächlich in Form von Halbleitern in Rechnergehäusen findet, denkt der Hersteller darüber nach, wie sich mit Hilfe computergestützter Systeme Alltagsprobleme vermeiden lassen.

"IrisNet" heißt ein Pilotprojekt, das Intel gemeinsam mit der Carnegie Mellon University betreibt. Es besteht aus Sensoren und Kameras, die die Küste von Oregon überwachen und an das lokale Netz angeschlossen sind. Das System soll Aufschluss über Anomalien geben. Es meldete unter anderem bereits einen gestrandeten Wal und eine unvorhergesehen eingelaufene Flotte von Fischerbooten.

Das Prinzip kann auf andere Situationen übertragen werden, sagte der am Projekt beteiligte Wissenschaftler Philip Gibbons. So lasse sich zum Beispiel ein Parkhaus überwacht. Dann könne ein Parkplatz suchender Autofahrer via Handy oder im Auto befindlichem Internet-Zugang eine Web-Seite aufrufen, auf der die freien Plätze angezeigt werden.

Damit übertrage man das Google-Prinzip von der virtuellen auf die reale Welt, sagte Gibbons. Die Erforschung von Technologien, die Hürden des Alltags aus dem Weg räumen sollen, ist eines der zentralen Themen bei Intel, sagte Pat Gelsinger, Chief Technology Officer, auf dem "Research Day", der am Mittwoch im kalifornischen Santa Clara stattfand. Unter dem Stichwort 'Proactive Computing' wollen die Wissenschaftler, Systeme entwickeln, die mit so wenig menschlicher Unterstützung wie möglich Informationen einholen, filtern und senden. Damit wolle Intel die Einsatzgebiete für Silizium-basierende Technologien erweitern.

Das bezieht sich nicht nur auf große Netze mit Kameras. In der Entwicklung ist auch ein Handschuh für Pflegebedürftige. Er ist via RFID-Technik (Radio Frequency Identification) mit dem zuständigen Pflegedienst verbunden und soll diesen bei plötzlichen Unregelmäßigkeiten alarmieren. (lex)