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Eigene Länderkennung im Internet für Palästina?

07.12.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die von der US-Regierung für die Domainvergabe des Internet eingesetzte Regulierungsbehörde Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) erwägt derzeit, ob die Palästinenser eine eigene Internet-Kennung erhalten sollen. Die Entscheidung könnte neue politische Diskussionen auslösen. Palästina kämpft seit Jahren dafür, ein eigener Staat zu werden. Die Icann-Sprecherin Pam Brewster erklärte, eine Internet-Adresse weise ein Gebiet nicht zwangsläufig als solchen aus. Die mehr als 200 existierenden Ländercodes identifizierten zwar in der Regel unabhängige Staaten, allerdings gebe es auch einige Inseln, die eine eigene Kennung besitzen.

Bisher basierten Internet-Codes auf den Standards der International Organization for Standardization, die ihre Informationen wiederum von der UNO bezieht. Als die statistische Abteilung der UNO einen Code für Palästina (Occupied Palestinian Territory) einführte, entschied sich Icann im September, die Einführung der entsprechenden Web-Kennung "ps" zu prüfen.