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EDS wird A.T.Kearney nicht los

25.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Verhandlungen zwischen dem IT-Dienstleister Electronic Data Systems (EDS) und der Investmentfirma Monitor Group über den Verkauf der Management-Beratung A.T.Kearney sind im Sand verlaufen. Zwei Monate intensiver Analysen und Gespräche haben kein Ergebnis gebracht. Die Monitor Group zweifelt Presseberichten zufolge am wirtschaftlichen Erfolg einer Akquisition.

Nun mehren sich die Anzeichen dafür, dass EDS wohl weitere Abschreibungen bei der Bewertung von A.T.Kearney hinnehmen muss. Zuletzt stand das Haus noch mit einem Wert von 276 Millionen Dollar in den Büchern. EDS hatte die Management-Consultants vor zehn Jahren für rund 600 Millionen Dollar übernommen. Alle Versuche, die Berater in die eigene Service-Organisation zu integrieren waren erfolglos. Außerdem schrumpfte das Beratungsgeschäft unter dem EDS-Dach erheblich. So nahm A.T.Kearney im Jahr 2000 noch 1,5 Milliarden Dollar ein. Im letzten Geschäftsjahr waren es nur noch gut 800 Millionen Dollar.

EDS hält weiterhin an den Verkaufsplänen fest und hofft auf eine Veräußerung der Tochter bis Ende des Jahres. Dabei verfolgt das Unternehmen auch wieder die Möglichkeit eines Management-Buy-Outs. Die Übernahme von A.T.Kearney durch die eigenen Führungskräfte wurde bereits vor den Verhandlungen mit der Monitor Group in Erwägung gezogen, scheiterte aber am von EDS geforderten Verkaufspreis. (jha)