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EDS hat weiterhin Probleme mit britischen IT-Projekt

31.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die britische Regierung hält Zahlungen an Electronic Data Systems (EDS) zurück. Seit Januar 2003 wurden insgesamt 13,3 Millionen Pfund (knapp 20 Millionen Euro) nicht ausgezahlt, weil wesentliche Funktionen eines geplanten IT-Systems für die Child Support Agency (PSA) zur elektronischen Vorgangsbearbeitung noch nicht funktionieren. Die CSA überweist Unterstützungsgelder an allein erziehende Eltern. Aufgrund der EDS-Pannen verzögerte sich die Auszahlung in der Vergangenheit. Lediglich 61 000 von insgesamt 478 000 Fällen konnten bearbeitet werden. "Trotz einiger Fortschritte bereitet das System in wesentlichen Bereichen weiter Probleme", sagte Alan Johnson, Sekretär im Arbeitsministerium.

Die Schwierigkeiten von EDS, eine lauffähige und stabile IT-Landschaft für die Behörde zu errichten, sind seit September vergangenen Jahres bekannt. Offiziell in Betrieb genommen wurde die Installation im März 2003, zwei Jahr später und 256 Millionen Pfund (372 Millionen Euro) teurer als geplant. Die IT-Landschaft besteht unter anderem aus Java-basierenden Applikationen von EDS, deren Betrieb die britische Behörde rund 456 Millionen Pfund in zehn Jahren kosten sollte.

Im Juli 2004 nannte eine eingesetzte Untersuchungskommission die EDS-Installation eine "entsetzliche Verschwendung öffentlicher Gelder" und forderte eine lauffähige Umgebung zum 1. Dezember 2004 ein. Johnson drohte damals, notfalls den Stecker zu ziehen und das gesamte Projekt zu stoppen. Mittlerweile reagiert der Sekretär etwas gemäßigter und verwies auf die Fortschritte, die gemacht wurde. Die Zusammenarbeit mit EDS soll vorerst fortgesetzt werden. (jha)