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Ebay macht Schwacke und Co Konkurrenz

08.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Neben seiner Funktion als Online-Transaktionsanbieter betätigt sich Ebay bereits seit einiger Zeit still und heimlich selbst als Händler: Wie das "Wall Street Journal" berichtet, begann die Company bereits Anfang dieses Jahres damit, riesige Datenmengen über die getätigten Auktionen an Firmen zu verkaufen. Das kalifornische Unternehmen schlägt damit aus dem Umstand Kapital, dass etwa IT-Manager die Handelsplattform zur Ermittlung marküblicher Preise für Netz- und Computer-Equipment nutzen. Zu den ersten Kunden zählt etwa der Finanzsoftwareanbieter Intuit. Durch den Zugriff auf die aufgelisteten Ebay-Preise fällt es seinen Anwendern leichter, den Wert von gespendeten Gebrauchtgütern wie Fernseher oder Computer in ihrer Steuererklärung anzugeben. Hierzulande können Ebay-Powerseller und -Käufer für knapp acht

Euro im Monat einen Service des US-Anbieters Andale nutzen, um den durchschnittlichen Verkaufspreis von bestimmten Produkten herauszufinden.

Obwohl eine kommerzielle Lizenz pro Jahr mindestens 10.000 Dollar kostet, wird der Handel mit Marktdaten in naher Zukunft für Ebay noch keine allzu große finanzielle Bedeutung haben. Dies sei auch gar nicht vorgesehen, teilte die Company mit, vielmehr soll das Angebot die Popularität der Handelsplattform weiter steigern. "Es ist ein ideales Mittel, um Ebay als die definitive Informationsquelle für Preise herauszustellen", so Jeff Jordan, Senior Vice President von Ebay gegenüber dem "WSJ". (mb)