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eBay erklärt Jajah-Sprachbuttons den Krieg

05.10.2007
Von pte pte
eBay hat dem VoIP-Anbieter Jajah den Krieg erklärt. Die Handelsplattform will User zur Skype-Nutzung zwingen.

Am Montag hatte Jajah ein neues Sprachtool veröffentlicht, das in über 30 verschiedenen Plattformen wie Facebook, MySpace oder aber auch eBay integriert werden kann und kostengünstige Gespräche zwischen dem Seitenbetreiber und dem Besucher ermöglicht. Wie Jajah nun mitgeteilt hat, ist eBay dazu übergegangen, die mittels HTML-Code in Angeboten integrierbaren Buttons auf seiner Plattform zu verbannen. Jajah erklärt sich den Schritt damit, dass eBay das ohnehin schwächelnde Geschäftsmodell mit dem übernommenen VoIP-Pionier Skype in Gefahr sieht. Das Jajah-Tool sieht vor, dass sich Seitenbetreiber über einen kleinen Button, der problemlos in Webseiten, E-Mails und Blogs eingefügt wird, kostenlos anrufen lassen können. Integriert beispielsweise ein eBay-Verkäufer den Button in seinem Angebot, kann der potenzielle Käufer mit einem Klick ein Telefongespräch zum Anbieter herstellen. Während die Verbindung für den Käufer kostenlos und ohne Anmeldungsformalitäten vonstatten geht, fallen für den Verkäufer die entsprechenden Jajah-Gebühren an. Die Kommunikation erfolgt - anders als bei Skype - einfach über Festnetz oder Mobiltelefon.

"In den wenigen Tagen seit der Veröffentlichung des Tools haben zigtausende eBay-User unsere Buttons installiert. Viele haben sich sogar persönlich bei uns gemeldet und gesagt, dass sie auf eine derartige Funktion seit Jahren gewartet haben", meint Jajah-Gründer Roman Scharf im pressetext-Interview. Dass die Buttons in einigen eBay-Ländern nun nicht verwendet werden dürfen, sorgt bei Scharf für Kopfschütteln. "Das Internet entwickelt sich mehr und mehr in Richtung offene Strukturen, bei denen User selber aussuchen können, welche Applikationen und Services sie verwenden wollen. Eine Community von einem Feature fernhalten zu wollen, dass von dieser jahrelang gewünscht wird, halte ich für sehr kurzsichtig", meint Scharf.

Unverständlich erscheinen dem Jajah-Gründer auch die von Fall zu Fall verschiedenen Erklärungsversuche. Während bei manchen eBay-Mitglieder argumentiert wurde, dass das Entfernen des Buttons aufgrund von sicherheitstechnischen Bedenken beziehungsweise der verbotenen Verwendung von Flash-Technologien erfolgt sei, wurden andere auf die Nicht-Konformität mit den eBay-AGB hingewiesen. Durch die telefonische Verknüpfung von Käufer und Verkäufer umgehe man die eBay-Plattform zur Abwicklung des jeweiligen Geschäfts, so der Vorwurf. "Das Sprache und Telefonieren bei eBay nicht vorgesehen sind, kann nur ein Scherz sein, denn sonst hätte man wohl kaum Milliardenbeträge für einen Anbieter wie Skype aufgewendet", so Scharf.

Neuesten Informationen zufolge soll die deutsche eBay-Plattformen von den Gegenmaßnahmen bisher noch nicht betroffen sein. Wie der Jajah-Gründer im pressetext-Interview bestätigte, sei man zudem bemüht mit den eBay-Verantwortlichen eine Lösung zu finden. (pte)