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Eazel steckt auf

16.05.2001
Vor 16 Monaten trat die Startup-Firma Eazel mit dem hehren Ziel an, eine einfache Linux-Benutzerschnittstelle für den Endkundenmarkt zu schaffen. Kaum ist "Nautilus" fertig, geht das Geld aus.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Vor 16 Monaten trat die Startup-Firma Eazel mit dem hehren Ziel an, eine einfache Linux-Benutzerschnittstelle für den Endkundenmarkt zu schaffen. Kaum ist "Nautilus" fertig, geht das Geld aus.

"Zu meinem größten Bedauern muss ich Euch mitteilen, dass Eazel aufgibt", schrieb Mitgründer Bart Decrem an die Entwickler des Linux-Desktops "Gnome", der Eazel als Ausgangsbasis für seine Entwicklungen diente. Im letzten halben Jahr habe sich die Firmenleitung "unermüdlich" um neues Wagniskapital bemüht. Weil die Hightech-Kapitalmärkte "völlig ausgetrocknet" seien, habe man die geplante zweite Finanzierungsrunde jedoch nicht erfolgreich abschließen können.

Im vergangen März hatte Eazel die Version 1.0 von "Nautilus" veröffentlicht. Die Software stellt - analog zum "Konqueror" aus dem KDE-Desktop - eine Kombination aus Web-Browser, Datei-Viewer und -Manager dar. Auf Basis von Nautilus wollte die Company Web-basierte Services anbieten und auf diese Weise Geld verdienen. Eine Reihe prominenter Anbieter, darunter Dell und Sun Microsystems, wollten Nautilus mit ihren Systemen anbieten. Das Programm soll nun als Open-Source-Projekt weiterlaufen.

Zu den Gründern von Eazel gehörten einige bekannte Branchengrößen, unter anderem Andy Hertzfeld (Mitentwickler des ersten Mac OS), Mike Boich (ehemaliger Macintosh-"Evangelist") sowie Mike Homer, früherer Vertriebs- und Marketing-Chef von Netscape und später bei AOL Verantwortlicher für das "Netcenter"-Portal.