Kundenwachstum

E-Plus steckt gekappte Entgelte gut weg

25.10.2011
Der drittgrößte deutsche Mobilfunkanbieter E-Plus hat im dritten Quartal trotz gekappter Terminierungsentgelte den Umsatz fast stabil gehalten.
Zentrale der E-Plus-Gruppe in Düsseldorf
Zentrale der E-Plus-Gruppe in Düsseldorf
Foto: E-Plus

Wie die Tochter der niederländischen KPN am Dienstag mitteilte, sank der Umsatz mit Mobilfunkdienstleistungen im Vergleich zum Vorjahresquartal von 810 auf 805 Millionen Euro. Grund ist die Senkung des Terminierungsentgelts, das Kunden anderer Anbieter beim Einwählen ins E-Plus-Netz entrichten. Ohne diese Änderung hätte der Umsatz 870 Millionen Euro betragen. Im Gleichschritt fiel der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 386 auf 354 Millionen Euro. Hier belasteten aber auch höhere Marketingausgaben.

Im operativen Geschäft legte das Unternehmen zu. Seit Jahresbeginn gewann der Konkurrent von Vodafone und Deutsche Telekom 1,7 Millionen neue Kunden und liegt nun bei 22,1 Millionen. Wesentlicher Treiber sind das mobile Internet und die Verbreitung der Smartphones. Inzwischen bringt das Geschäft abseits der Telefonie 36 Prozent der Kundenumsätze im Quartal ein. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 28 Prozent.

Konzernmutter KPN hat nach einem etwas enttäuschenden dritten Quartal den Jahresausblick bekräftigt. KPN sei auf gutem Weg, das Jahresgewinnziel vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von mehr als 5,3 Milliarden Euro zu erreichen, sagte Unternehmenschef Eelco Blok am Dienstag. Im dritten Quartal sank der Umsatz wegen der schrumpfenden Anzahl privater Mobilfunkkunden im Heimatmarkt von 3,38 auf 3,26 Milliarden Euro. Der Überschuss fiel von 406 auf 368 Millionen Euro, das EBITDA verringerte sich von 1,4 auf 1,33 Milliarden Euro.

Im niederländischen Mobilfunkgeschäft fiel die Anzahl von Prepaid-Kunden von 2,6 auf 2,2 Millionen, der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunden sank geringfügig um einen auf 24 Euro. Die rückläufigen Umsätze mit SMS und regulärem Telefonieren wurden nur teilweise durch Datendienste ausgeglichen. Dagegen konnte KPN seinen Stand im heimischen Internetfernsehmarkt festigen. Der Marktanteil erhöhte sich binnen Jahresfrist von 14 auf 17 Prozent. Großer Lichtblick ist das Auslandsgeschäft der Niederländer. Neben Deutschland gewann KPN auch in Belgien Neukunden und fuhr hohe Gewinne ein. (dpa/tc)