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E-Payment: Paypal und Checkout gehört die Zukunft

18.07.2006
Booz Allen Hamilton sieht die Anbieter von Online-Bezahlsystemen als langfristige Gewinner des E-Commerce-Booms.

Firmen wie die eBay-Tochter PayPal, die Telekom ("T-Pay") oder Google mit seinem neuen Checkout-Dienst werden nach Einschätzung der Strategie- und Technikberater bereits im Jahr 2008 in Deutschland ein Transaktionsvolumen von rund 13 Milliarden Euro über ihre Systeme abwickeln. Bis zum Jahr 2010 sollen die ePayment-Umsätze dann auf bis zu 40 Milliarden Euro anschwellen. Die Gebühren tragen dabei Internet-Händler und Online-Dienste.

In Bedrängnis geraten dadurch laut BAH-Einschätzung die etablierten Zahlungsmethoden wie Kreditkarte oder Lastschrift, über die gegenwärtig noch 90 Prozent aller Transaktionen laufen. Sollten deren Anbieter keine strategischen Gegenmaßnahmen ergreifen, erwarten die Auguren bis 2008 Substitutionseffekte von bis zu zehn und langfristig von bis zu 30 Prozent.

Als zentrale Erfolgsfaktoren für ePayment nennt BAH Preis, Schnelligkeit und Sicherheit. Eine breite Akzeptanz hänge vor allem vom Preisniveau neuer Angebote ab - um etwa E-Commerce-Riesen wie Amazon oder Tchibo für den Wechsel in ein neues System zu gewinnen, seien signifikante Nachlässe bei den Transaktionskosten notwendig.

Generell sieht Booz Allen Hamilton den ePayment-Markt auf dem Weg zum Oligopol. Der Markt werde sich nach Einstieg weiterer Anbieter deutlich konsolidieren. "Drei bis vier Player teilen dann den Markt unter sich auf", schätzt Roman Friedrich, Geschäftsführer und Telekommunikationsexperte bei BAH. PayPal sei "gesetzt", Google werde keine drei Jahre benötigen, um sich zu etablieren. Für wen noch Platz im Markt sei, werde sich in den kommenden fünf Jahren zeigen; die Weichen würden aber bereits jetzt gestellt. (tc)