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E-Commerce: Deutschland verpaßt den Zug

12.08.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die deutschen Unternehmen verpassen den Anschluß an den europäischen Internet-Handel. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie derBeratungsgesellschaft CMG Deutschland GmbH. 61 Prozent der befragten deutschen Firmen haben demnach keine E-Commerce-Strategien und nicht einmal die Hälfte der Führungskräfte schätzen das Internet als einen ernstzunehmenden Umsatzfaktor ein. Damit liegt Deutschland weit hinter den anderen europäischen Ländern zurück. Denn fast zwei Drittel der befragten Manager aus Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden sehen laut CMG das neue Medium als "Motor" für die künftige Umsatzentwicklung.

Bedenklich sei auch die Tatsache, daß die deutschen E-Commerce-Angebote hauptsächlich auf den Endverbraucher zielen (45 Prozent der Befragten) und nur 14 Prozent den Bereich Business-to-Business abdecken. In den anderen untersuchten Ländern ist das Verhältnis umgekehrt. Damit laufe Deutschland Gefahr, beim boomenden Firmenkundengeschäft den Zug zu versäumen, so die Auguren. Nach einer Schätzung des deutschen eco Electronic Commerce Forums e.V. aus Köln soll 2001 etwa 75 Prozent des gesamten Internet-Geschäfts im Firmenkundensektor abgewickelt werden. Das entspräche einem Marktvolumen von 86 Milliarden Mark in Deutschland.