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Durchbruch bei Supraleitern?

26.02.2001
Magnesium-Bor-Verbindung für Rechner geeignet

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wissenschaftler an den Universitäten von Tokio und des US-Bundesstaats Iowa haben offenbar einen neuen Supraleiter entdeckt, der schon in absehbarer Zukunft extrem schnelle Rechner ermöglichen könnte. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse in den nächsten Ausgaben von "Nature" und "Physical Review" vor. Das neue Material ist eine Verbindung von Magnesium und Bor, die bereits bei minus 233 Grad Celsius praktisch keinen elektrischen Widerstand mehr aufweisen soll. Bisher untersuchte Metallkombinationen zeigten diesen Effekt erst ab minus 250 Grad, dabei liegt der Kühlungsaufwand erheblich höher.

Robert Cava von der Universtät Princeton schreibt in einem Kommentar zu dem "Nature"-Artikel, das Feld der Supraleitung sei "erschüttert worden". Die Wissenschaft habe Metallkombinationen in den vergangenen 15 Jahren praktisch außer acht gelassen und sich statt dessen auf sauerstoffhaltige Materialien konzentriert, die bereits ab minus 113 Grad supraleitend sein können. Diese seien jedoch in der Praxis erheblich schwieriger zu handhaben.