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"Dotcom-Flüchtling" wird Covisint-Chef

19.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Covisint, der B2B-Marktplatzriese der weltweiten Automobilindustrie, hat Kevin English (48) mit Wirkung zum 1. Mai zu seinem ersten Chief Executive Officer (CEO) ernannt. English war zuletzt in gleicher Position beim finanziell angeschlagenen Online-Börseninformationsdienst Thestreet.com tätig; davor arbeitete er als Managing Director bei Credit Suisse First Boston.

Erste Wahl für den Covisint-Chefsessel sei English aber nicht gewesen, meinen Branchenkenner. Mindestens drei hochrangige Kandidaten, darunter der frühere Oracle-President Ray Lane, hätten den Posten zuvor ausgeschlagen. Viele Experten wundern sich zudem, dass kein Manager aus der Branche ausgewählt wurde. "Ich hätte doch erwartet, dass sie wenigstens jemand mit Supply-Chain-Erfahrung, Schwerpunkt Beschaffungswesen nehmen - am besten gleich aus der Autoindustrie selbst", wundert sich Rick Carman, Analyst beim Beratungsunternehmen Dechert-Hampe. Richard D´Aveni, Professor für Strategisches Management am Dartmouth College in New Hampshire, glaubt die Antwort zu kennen. "Ich verstehe schon, warum sie einen Branchenfremden ausgesucht haben. Damit Covisint funktioniert, brauchen sie jemanden, der den einzelnen Herstellern gegenüber unparteiisch agiert." Allerdings vermisst auch D´Aveni bei English Erfahrung in einer Branche, die mit physisch vorhandenen

Gütern handelt.