Vorteile von Dual-SIM-Handys

Doppelt sparen mit Doppel-SIM

Thorsten Piontek ist Gründer von 7mobile.de, dem ersten unabhängigen Onlineshop für Handys und Verträge in Deutschland.
Vor 13 Jahren gründete er das Unternehmen, das heute mit 800 000 Kunden und fünf Millionen verkauften Handys  zu den Marktführern zählt.
Herr Piontek ist der Experte für die Themen Smartphones, E-Commerce, Anwendungen für mobile Endgeräte und Handy-Trends.
Dual-SIM-Handys sind vor allem für Intensivnutzer empfehlenswert, weil sich dadurch Geld sparen lässt. Große Netzbetreiber sind davon allerdings nicht begeistert.

Dual-SIM-Handys zeichnen sich dadurch aus, dass sie Platz für zwei Karten bieten. Zwischen den zwei SIMs muss bei den meisten Geräten kaum noch aktiv hin- und hergeschaltet werden. Doch welchen Mehrwert bieten diese Smartphones den Nutzern? Vor allem Menschen, die aus beruflichen Gründen nicht nur ein privates, sondern auch ein Diensthandy besitzen, dürfte ein Dual-SIM-Smartphone das Leben erleichtern.

Wenig bekannt: Neben Galaxy S6 und S6 Edge bietet Samsung mit dem S6 Duos auch eine Dual-Sim-Variante an.
Wenig bekannt: Neben Galaxy S6 und S6 Edge bietet Samsung mit dem S6 Duos auch eine Dual-Sim-Variante an.
Foto: Samsung

Doch auch Privatkunden können mit zwei Karten profitieren, wenn eine für Gespräche und die andere für Daten genutzt wird. Denn reine Datentarife bieten oft mehr Datenvolumen zu günstigeren Konditionen an, als dies bei herkömmlichen Tarifen der Fall ist. So kostet eine Aufstockung des Volumens zur Highspeed-Geschwindigkeit in einem üblichen Tarif z.B. von der Deutschen Telekom 4,95 Euro je 250 MB, also 20 Euro je 1 GB. Für diesen Preis sind jedoch Datentarife zwischen 3 bis 6 GB Volumen erhältlich, die meist auch eine deutlich höhere maximale LTE Geschwindigkeit aufweisen als Voice-Tarife. Die Ersparnisse sind vor allem bei höherem Datenverbrauch immens. Hier empfiehlt es sich, einen Daten- mit einem Voice-Tarif inkl. Allnet-Flat eines Discount-Anbieters zu kombinieren.

Bei Carriern unbeliebt

Der aufgeklärte Verbraucher ist für Netzbetreiber allerdings nicht sehr erstrebenswert, subventionieren diese doch die Hardware mit den herkömmlichen Tarifen und wollen vor allem an der SIM-Karte verdienen. Dies geht besonders gut, wenn sich der Kunde im Ausland aufhält: Mit den teuren Roaming-Gebühren machen Anbieter zwischen fünf und 20 Prozent ihres Umsatzes. Mit einer Prepaid-Karte, die vor Ort gekauft wird, können diese Kosten vermieden werden.

Microsoft Lumia 540 Dual SIM
Microsoft Lumia 540 Dual SIM
Foto: Microsoft

Netzbetreiber üben vor diesem Hintergrund Druck auf die Hardwarehersteller aus, um zu verhindern, dass Dual-SIM-Handys angeboten werden. Trotz der Vorteile hält sich die Nachfrage nach Dual-SIM-Geräten in Grenzen. Das liegt unter anderem daran, dass Anbieter oft verschweigen, dass es Top-Modell wie das Galaxy S6 auch in einer Dual-SIM-Variante gibt. Die zusätzlichen Kosten für ein Dual-SIM-Gerät schwanken zwischen 50 und 100 Euro. Allerdings gibt es auch Hersteller wie HTC, Wiko oder Microsoft, die diese Produkte ohne nennenswerte Aufpreise anbieten. (mb)