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Diskussion um Open-Source-Geschäftsmodell

21.05.2004

Geht es um neue Strömungen in der Softwareindustrie, ist das Open-Source-Thema immer mit von der Partie. So auch auf dem SIIA Enterprise Software Summit 2004 in San Francisco, wo Microsoft-Vertreter und Anhänger quelloffener Software über den Markteinfluß quelloffener Software diskutierten. Microsofts Plattform-Strartege Charles Fitzgerald etwa räumte Open-Source-Produkten zwar eine Rolle in der Softwareszene ein, äußerte sich jedoch skeptisch über das Programmiermodell, zumal wenn Entwickler Geld mit diesen Programmen verdienen wollten.

Dem widersprachen Repräsentanten mehrerer Linux-naher Hersteller. Die Meinung, Open-Source-Anwender wollten für Software nicht zahlen, sei ein Vorurteil und inzwischen längst überholt, so die Argumentation eines Novell-Offiziellen. Derartige Klischees träfen nicht mehr zu, seit quelloffene Programme in Geschäftsanwendungen Einzug gehalten haben, ergänzte Mike Evans von Red Hat. Und Zack Urlocker von MySQL betonte, dass Anwender bereit sind, für Lizenzen und Support zu zahlen. Sein Unternehmen verdiene ähnlich wie traditionelle Anbieter rund 65 Prozent des Umsatzes mit Lizenzgebühren.

Allerdings habe die Open-Source-Welle Bewegung in den Softwaremarkt gebracht, so Urlocker und Novell-Mann Matt Assay. Das alte Modell, teure Produkte anzubieten, die dann aber nicht wirklich funktionierten, würde von den Anwendern immer seltener akzeptiert. Außerdem würden Open-Source-Produkte wie der Applikations-Server Jboss oder die Datenbank MySQL ihren Siegeszug zumindest am Rand der geschäftskritischen IT fortsetzen, weshalb die Großen der Branche wie Oracle oder Bea gezwungen seien, sich auf die Entwicklung ausgefeilter Features für das Highend zu konzentrieren. (ue)