Globale CIO-Umfrage von CSC

Die Ziele von CIOs 2015

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
CIOs arbeiten an ihrem eigenen Rollenwandel, wobei es viel vom Business zu lernen gibt. So kommentiert Chris Fangmann von CSC eine weltweite Studie.
Chris Fangmann, CTO bei CSC, sieht insbesondere deutsche Autobauer bei M2M in einer guten Position.
Chris Fangmann, CTO bei CSC, sieht insbesondere deutsche Autobauer bei M2M in einer guten Position.
Foto: Chris Fangmann, CSC

IT-Chefs können wieder tiefer in die Tasche greifen. Das geht aus der "CSC Global CIO Survey" hervor, an der sich knapp 600 Entscheider aus den USA, Europa und Asien beteiligt haben. 64 Prozent erklären, dieses Jahr mehr Budget gehabt zu haben als 2013. In der Vorjahresstudie sagten das mit 46 Prozent deutlich weniger.

CSC wollte wissen, wo das Geld hinfließen soll. Thema Nummer eins bleibt Sicherheit (71 Prozent der Nennungen). Es folgen Big-Data-Analytics (64 Prozent) und Anwendungs-Modernisierung (61 Prozent).

Den letzten Punkt führt die Studie weiter aus. Modernisierung heißt für durchschnittlich 70 Prozent der Befragten, die bestehende IT-Umgebung an moderne Cloud-, Mobility- und Analyse-Funktionen anzupassen. Europäische CIOs erklären dies mit 80 Prozent der Nennungen überdurchschnittlich oft zu ihrem Ziel.

Hintergrund ist der Wandel der CIO-Rolle. "Man kann sich kaum noch neue Geschäftsmodelle vorstellen, die nicht zu einem gewissen Grad auf Informationstechnologie basieren", sagt Doug Tracy, CIO von CSC. Die Studienautoren gehen einen Schritt weiter und schreiben gleich, die IT habe eine Reise hinter sich vom Assistenten eines Unternehmens zu dessen Führer.

Diese Aussage steht allerdings in Widerspruch zu den erhobenen Daten: Lediglich 28 Prozent der Befragten genießen nach eigener Darstellung die Anerkennung als kollaborativer Partner der Linie. Hier scheinen sich die Dinge eher zu verschlechtern, denn in der Vorjahresstudie waren es noch 41 Prozent. Aktuell beschreiben 33 Prozent ihre Rolle als die eines Dienstleisters (2013: 20 Prozent).

Digital Leader aufgepasst! - Foto: IDG

Digital Leader aufgepasst!

Dass zwischen IT und Business noch eine Lücke besteht, bestätigt Chris Fangmann, Chief Technology Officer Zentral- und Osteuropa bei CSC. "Möglicherweise kann die Fachrichtung Wirtschaftsinformatik diese Lücke füllen", so Fangmann gegenüber cio.de. Der CIO könne heute zum Enabler und Innovationstreiber werden, aber er müsse aktiv auf das Business zugehen. "Der CIO muss jeden Tag was lernen, und zwar mehr von der Business-Seite als von der technologischen Seite", sagt Fangmann weiter.

Der CSC-CTO sieht hier auch die Universitäten gefragt. Sie müssten den Nachwuchs besser auf das Berufsleben vorbereiten. Fangmann selbst hat in Kaiserslautern studiert und sagt rückblickend: "Mein bester Professor war der, der ein paar Jahre in der Industrie verbracht hat."

Europäer liegen bei M2M vorn

Ein weiteres Ergebnis der CSC-Studie: Das Internet der Dinge und die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M) bewerten europäische und asiatische IT-Chefs deutlich anders als ihre US-amerikanischen Kollegen. Rund 70 Prozent der Europäer und Asiaten zählen die genannten Punkte zu technologischen Top-Initiativen, aber nur 34 Prozent der Amerikaner.

Nach Fangmanns Beobachtung hat gerade Deutschland in Sachen M2M die Nase vorn. Insbesondere deutsche Autobauer seien sehr gut positioniert - auch, wenn ein besonders innovatives Beispiel gerade aus den USA kommt: Hyundai und Samsung sind dort eine Kooperation eingegangen. Autokäufer finden nicht mehr das klassische Display in ihrem Wagen, sondern ein Samsung-Tablet, das sie aufstecken können.

Deutschlands Ingenieurshistorie

Fangmann führt die gute Marktstellung Deutschlands auf die hiesige Ingenieurshistorie zurück. "Ich habe mir sagen lassen, über 50 Prozent aller Ingenieurspatente kämen aus Deutschland. Diese Zahl habe ich zwar nicht überprüft, aber ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln", schmunzelt er.

Das Internet der Dinge steht denn mit durchschnittlich "nur" 49 Prozent der Nennungen lediglich auf Rang acht der aktuellen Investitionspläne. Auf die Frage, welche Themen er in fünf Jahren dort erwartet, nennt Fangmann weiterhin Sicherheit, außerdem Cloud Orchestration und Innovations-Management. Er fügt an: "Und bestimmt irgendetwas Disruptives, das wir jetzt noch gar nicht kennen. Vor fünf Jahren hätte ja auch niemand gedacht, dass wir heute jede Plattform auf mobile Endgeräte ausrichten!"