Enterprise Mobility Management

Die Vor- und Nachteile von ByoD

Maria Stoitsi ist Marketing Communication Coordinator bei 3CX, Entwickler des einzigen software-basierte PBX für Microsoft Windows. Stoitsi hat zahlreiche Artikel über Cloud Computing, WebRTC und Unified Communications für Publikationen sowohl in Deutschland wie auch in anderen Ländern verfasst. Nach erfolgreichem Abschluss in International Management (Dipl.-Betriebswirtin) und Internationalem Recht hat sie sich nun den Trends der ITK-Branche verschrieben und veröffentlicht regelmäßig Pressemitteilungen und Artikel auf dem 3CX.de Blog.
Private Smartphones und Tablets auch beruflich zu nutzen, ist für viele Menschen Alltag. Aus Unternehmenssicht stellt sich die Frage: Verbietet man die berufliche Nutzung oder setzt man auf eine ByoD-Strategie?

Wer erinnert sich nicht an den außerirdischen Protagonisten in Steven Spielbergs Blockbuster "E.T.", der ständig "nach Hause telefonieren" wollte. Unsere heutige Smartphone-Obsession erinnert an dieses Szenario aus dem Jahr 1982: Auch am Arbeitsplatz lässt sich kaum noch ein Schreibtisch finden, auf dem kein Smartphone ruht. Nicht abzustreiten ist jedoch, dass unser Lieblingsgerät heutzutage ein richtiger "Hochleistungssportler" ist. Die Anwendungsmöglichkeiten sind enorm, das schlaue Telefon dient uns als Portal zu quasi unbegrenzter Information. In Kombination mit der praktischen Größe entsteht ein Device, dessen Bedeutung für die moderne Arbeitswelt man nicht hoch genug einschätzen kann. Deswegen wissen längst nicht mehr nur Mitarbeiter im Außendienst die Vorteile des Smartphones für sich zu nutzen, sondern auch die Gilde der "klassischen" Büroangestellten. Software- und Application-Anbieter haben erkannt, dass spezielle Produkte für den Einsatz des Smartphones als Tool im Berufsleben entwickelt werden müssen. Das kann für Angestellte und Arbeitgeber sowohl Segen als auch Fluch sein.

Unternehmen die den "ByoD-Weg" gehen, sollten sich der möglichen Vor- und Nachteile einer Bring-Your-Own-Device-Strategie bewusst sein.
Unternehmen die den "ByoD-Weg" gehen, sollten sich der möglichen Vor- und Nachteile einer Bring-Your-Own-Device-Strategie bewusst sein.
Foto: v.schlichting - shutterstock.com

Vorteile von Bring Your Own Device

Im Jahr 2013 nutzten rund 23% der deutschen Unternehmen Bring your own device (ByoD) für ihre Unternehmensstruktur. Unternehmen die bislang noch unschlüssig sind, sollten die Vorteile von ByoD genauer beleuchten und deren Bedeutung für das betreffende Unternehmen im Einzelfall zu evaluieren. Dies sind die wesentlichen Vorteile, die mit der Implementierung einer ByoD-Politik Hand in Hand gehen:

Kostenersparnis: Bevor Smartphones und Tablets zum Mainstream für Endnutzer gehörten, mussten viele Unternehmen (zum Beispiel für alle Außendienstmitarbeiter) Geräte anschaffen. Diese Anschaffungskosten dürften heutzutage zu großen Teilen entfallen: Alleine in Deutschland besitzen und nutzen rund 45,6 Millionen Menschen ein Smartphone.

Mitarbeiterzufriedenheit: Fast jeder kennt sein Smartphone oder Tablet in- und auswendig. Studien zufolge sind Mitarbeiter die alle Facetten eines Gerätes kennen zufriedener als diejenigen, bei denen spezielle Trainings zur qualitativen Nutzung einer Technologie erforderlich sind. Dementsprechend geht BYOD oft mit gesteigerter Mitarbeiterzufriedenheit einher.

Mehr Produktivität & Flexibilität: Noch in der Erinnerung verankert sind die Momente in denen man morgens im Büro die E-Mails abruft und erschrocken feststellt, dass eine wichtige Nachricht nicht beantwortet werden konnte und nun die Deadline abgelaufen ist. Eine Bring-Your-Own-Device-Strategie befähigt Mitarbeiter, jederzeit und überall auf E-Mail-Konten und andere berufsbezogene Daten und Anwendungen zugreifen zu können. Dadurch steigen Produktivität und Flexibilität der Angestellten. Unternehmen die in einem zeit-sensiblen Umfeld agieren, stufen diesen Vorteil als besonders bedeutend ein.

ByoD werden noch weitere Vorteile zugeschrieben - wie gravierend sich diese aber auf die Entscheidung des Unternehmens für oder gegen die Nutzung von privaten Geräten am Arbeitsplatz auswirken, hängt ganz von den Prioritäten und der Kultur des jeweiligen Unternehmens ab.

Nachteile einer ByoD-Politik

Kontrolle: ByoD verursacht bei vielen IT-Administratoren Kopfschmerzen. Wenn es um die Kontrolle über das Gerät und deren Anwendung kommt, kann aus den Kopfschmerzen auch ganz schnell eine Migräne-Attacke werden. Dementsprechend setzt ByoD ein gewisses Maß an Vertrauen in die Mitarbeiter voraus, dass diese den vereinbarten Richtlinien gewissenhaft folgen.

Rechtliche Barrieren: Unternehmen unterliegen - unabhängig von ihrem Standort - stets gewissen Datenschutzgesetzen, zu deren Einhaltung sie verpflichtet sind. ByoD-Strukturen können im Fall von Datenschutzverletzungen also schnell zur rechtlichen Falle werden.

Datensicherheit: ByoD-Geräte enthalten nicht nur persönliche Daten des Mitarbeiters - etwas Familienfotos, Daten aus sozialen Netzwerken oder die wöchentliche Einkaufsliste. Betrieblich genutzte Smartphones sind voll mit Unternehmensdaten - in vielen Fällen auch kritischen und sensiblen. IT-Administratoren dürfte es bei dem Gedanken an Unternehmensdaten, die in den Hosentaschen von Mitarbeitern um die Welt reisen, kalt den Rücken hinunterlaufen.

Eine vollständige Vermeidung oder Entkräftung der Nachteile von ByoD ist zwar nicht möglich, doch die meisten Organisationen und Unternehmen versuchen, die Konfliktherde mit umfangreichen BYOD-Richtlinien so gut wie möglich in den Griff zu bekommen. Diese Richtlinien können allerdings nur dann erfolgreich umgesetzt und eingehalten werden, wenn die Anwender - also die Mitarbeiter - in dieser Hinsicht kooperieren.

Software-Entwickler und der Security-Fokus

Aufgrund der Tatsache dass sich der ByoD-Ansatz inzwischen stark im Unternehmensumfeld verbreitet hat, entstehen für die Software-Entwickler nicht nur Anforderungen sondern auch neue Marktchancen. Developer entwickeln nach und nach unternehmensbezogene Software und Applications für Smartphones und andere mobile Devices. Besonderes Augenmerk müssen die Entwickler dabei auf den Aspekt der IT-Security legen. Schließlich beinhalten die Geräte in der Regel viele sensible Unternehmensdaten, möglicherweise aber auch Sprach- und/oder Videoaufnahmen. Entsprechend können sich Sicherheitslücken bei einem ByoD-Gerät besonders gravierend auswirken.

Fazit: BYOD gleich mehr Produktivität

Trotzdem der ByoD-Hype in den USA derzeit abebbt - der Bring-Your-Own-Device-Ansatz wird auch in den kommenden Jahren in Unternehmen zur Anwendung kommen. Wenn die Entscheidung für oder gegen ByoD in der IT-Abteilung getroffen wird, dürfte dabei die Datensicherheit, beziehungsweise der Datenschutz, im Fokus stehen. Allerdings stehen inzwischen - bedingt durch technologischen Fortschritt - diverse Sicherheits-Tools zur Verfügung, um eine ausreichende Datensicherheit zu gewährleisten. Einer aktuellen Umfrage des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloitte zufolge nehmen 25 Prozent der Smartphone-Nutzer ihr Gerät häufiger als 50 mal pro Tag in die Hand. Vor diesem Hintergrund erscheint es für Unternehmen fast schon unvermeidlich, eine sinnvolle ByoD-Strategie einzuführen. Schließlich können Unternehmen so aus der Smartphone-Nutzung der Mitarbeiter einen betrieblichen Vorteil ziehen: mehr Produktivität - auch nach Feierabend. (fm)

 

Mark Zimmermann

BYOD wird meiner Meinung nach noch lange Wunschdenken bleiben. die angesprochenen Lösungen zur Sicherstellung der getrennten Daten sind weitgehend nur gegen einfache Angriffe geschützt. wrapping ist hier als Beispiel gerne beschworen aber meine Lösung , weder technisch noch rechtlich.

Ich denke man sollte sich eng an den Angeboten der Plattformhersteller orientieren, sonst wird man mit jedem Jahr (=neue Versionen) überrascht und kommt aus einer "löchrigen" Lösung nicht mehr raus...im Gegenteil, man wird so zum getriebenen .....

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