Finance & Controlling

Die Top-Trends im boomenden Business-Intelligence-Markt

Diego Wyllie hat Wirtschaftsinformatik an der TU München studiert und verbringt als Softwareentwickler und Fachautor viel Zeit mit Schreiben – entweder Programmcode für Web- und Mobile-Anwendungen oder Fachartikel rund um Softwarethemen.
Der Markt für Business Intelligence entwickelt sich prächtig. Vor allem Cloud-basierte Lösungen und Self-Service liegen hier im Trend. Welche weitere BI-Trends man in diesem Jahr nicht verpassen sollte, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Der Markt für Business-Intelligence-Software boomt. In Deutschland wächst er sogar deutlich stärker als der IT-Gesamtmarkt. Zu diesem Erkenntnis kommt eine Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Lünendonk, die vor wenigen Monaten veröffentlicht wurde. Demnach sind die Umsätze im Jahr 2013 im Durchschnitt um 12,5 Prozent im Vergleich zu 2012 gestiegen.

Der Markt für Business-Intelligence-Software boomt
Der Markt für Business-Intelligence-Software boomt
Foto: bannosuke, Fotolia.com

Mit der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft gewinnen aktuelle und zuverlässige Geschäftsdaten für das Management immer weiter an Bedeutung. Diese dienen als fundierte Basis, um potentielle Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, Optimierungsbedarf aufzudecken und entsprechende Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten.

In Deutschland wächst der BI-Markt deutlich stärker als der IT-Gesamtmarkt. Quelle: Lünendonk Marktstichprobe
In Deutschland wächst der BI-Markt deutlich stärker als der IT-Gesamtmarkt. Quelle: Lünendonk Marktstichprobe
Foto: Lünendonk GmbH

Auf das steigende Interesse seitens der Anwenderunternehmen reagiert der Markt mit professionellen Lösungen, die immer leistungsfähiger, einfacher und günstiger werden. So können heute selbst Kleinunternehmen dank moderner BI-Tools aus der Cloud für weniger als 50 Euro im Monat, und ohne spezielle IT-Hardware, in die Welt der professionellen Datenanalyse einsteigen.

BI aus der Cloud - vom Trend zur Realität

Cloud-basierte BI-Anwendungen sprechen jedoch nicht nur Einsteiger an. 2015 werden sie in einem Großteil der Unternehmen ankommen, die Business Intelligence bereits einsetzen. Zu diesem Schluss kommt der Enterprise-BI-Anbieter Qlik. Ein großer Vorteil dabei ist, dass Unternehmen für den Betrieb der Anwendung keine eigenen IT-Ressourcen bereitstellen müssen. Datenschutzrechtlichen Bedenken wird durch den Ausbau von Rechenzentren in Deutschland Rechnung getragen. Für Unternehmen, denen dies immer noch nicht sicher genug ist, werden sich BI-Lösungen in der privaten Cloud etablieren, prognostiziert der Anbieter.

Dabei positionieren sich Cloud-Dienste wie Klipfolio, Cyfe oder Chart.io als innovative Alternativen, von denen Einsteiger und Profis, Klein- und Großunternehmen, gleichermaßen profitieren können. Gleichzeitig erweitern die etablierten Enterprise-Anbieter ihr Produktportfolio um Cloud-Tools. Eine weitere interessante Entwicklung beschreibt der BI-Spezialist Tableau Software in seinem Whitepaper "Top Trends der Business Intelligence-Trends für das Jahr 20015" (PDF, Registrierung erforderlich): Während Cloud-Analysen bis jetzt primär für Daten in Cloud-Anwendungen zum Einsatz kamen, werden Unternehmen 2015 beginnen, die Cloud immer dann zu wählen, wenn es für sie sinnvoll ist.

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Datenanalyse für Jedermann

Enterprise-Software wird immer einfacher und intuitiver, BI-Tools sind keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil. Wie Qlik erklärt, war diese Entwicklung 2014 bereits deutlich erkennbar und wird sich in diesem Jahr noch verstärken. Vor diesem Hintergrund wird "Self Service Business Intelligence" nach Angaben des Anbieters 2015 eines der wichtigsten Stichworte in der Branche sein.

Dies bestätigt auch das Analysten- und Beratungshaus für Unternehmenssoftware BARC aus Würzburg in seiner Studie "The BI Survey 14". Demnach ist unter allen Trends Self-Service-BI zusammen mit "Operational BI" mit Abstand der stärkste. Wie die BARC-Analysten erklären, besteht das Ziel darin, Endanwendern mehr als bisher ihre eigenen Berichte und Datenanalysen erstellen zu lassen, statt hierfür wie bislang IT-Support beantragen zu müssen. Diese Freiheiten können so weit reichen, dass Endanwender in den Fachabteilungen eigene, flexibel konfigurierbare Business-Dashboards aufbauen können, die verschiedene Datenquellen verknüpfen und genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Unter allen aktuellen Markttendenzen ist "Self-Service BI" zusammen mit “Operational BI” der mit Abstand stärkste Trend. Quelle: "The BI Survey 14" vom Analysten- und Beratungshaus BARC.
Unter allen aktuellen Markttendenzen ist "Self-Service BI" zusammen mit “Operational BI” der mit Abstand stärkste Trend. Quelle: "The BI Survey 14" vom Analysten- und Beratungshaus BARC.
Foto: © BARC GmbH

Umwandlung der Governance

So können heute Produktionsleiter, Lieferkettenverantwortlicher, Marketing-Spezialisten oder Vertriebsmitarbeiter zum Datenanalytiker werden. Denn neue, benutzerfreundliche Technologien für browserbasierte Analysen ermöglichen es beliebigen Mitarbeitern, Geschäftsfragen ad-hoc zu beantworten. "Unternehmen, die diesen strategischen Vorteil erkennen, werden ihre Analytiker durch Daten, Tools und Schulungen unterstützen, damit diese ihre Arbeit mit bestmöglichen Ergebnissen erledigen können", heißt es in dem bereits erwähnten Analysepapier von Tableu Software.

Diese Entwicklung hat weitereichende Konsequenzen für die Unternehmens-IT. Denn in dem Maße, wie sich die BI-Landschaft in Richtung Self-Service verändert hat, muss sich laut Tableu auch die Governance einer Umwandlung unterziehen. Einfache Ansätze wie das Abschirmen sämtlicher Unternehmensdaten würden nicht länger funktionieren und auch die Vermeidung jeglicher Verarbeitung sei keine Lösung, betonen die Tableu-Experten. In einem Umfeld von Self-Service-Analysen sind Unternehmen vielmehr gut beraten, sich den Herausforderungen der Governance zu stellen.

Interaktive Visualisierungen

Ein weiteres Thema, das von den BI-Anbietern Qlik und Tableau als einen der Top-Trends für 2015 identifiziert wird, sind interaktive Datenvisualisierungen. Grafiken, die sich je nach gewünschter Information verändern lassen, bilden Vorgänge im Unternehmen detailliert ab. Betrachter können aus einer interaktiven Visualisierung neue Erkenntnisse ziehen, die eine statische Grafik nicht liefern kann. Darum werden analytische Interaktionswerkzeuge im Bereich Self-Service-BI 2015 eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Damit lassen sich Daten effizienter auswerten, mit anderen Daten zusammenführen und unter einem neuen Blickwinkel darstellen.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag von toolsmag.de. (mhr)