Outsourcing

Die günstigsten Offshore-Regionen

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Ohne Berücksichtigung der großen Offshore-Regionen Brasilien, Russland, Indien und China ist Ägypten derzeit am billigsten.

Die aktive Unterstützung der Regierung sowie steuerliche Anreize machen Ägypten unter Kostengesichtspunkten zu einem besonders attraktiven Offshore-Standort. Auch Marokko, Rumänien, Tunesien und Vietnam könnten mit niedrigen Kosten auftrumpfen. Zu diesem Schlusss kommt eine Studie der London School of Economics (LSE), für die Offshore-Regionen mit Ausnahme der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) verglichen wurden. Eine Ende vergangenen Jahres veröffentliche Gartner-Analyse lieferte ähnliche Ergebnisse.

Die höchsten Gehälter werden laut LSE in Mittel- und Osteuropa gezahlt. Allerdings hat die Slowakei deutlich niedrigere Löhne als Polen oder die Tschechische Republik. Weltweit die niedrigsten Arbeitskosten findet man nach wie vor in Asien. Das gilt insbesondere für Vietnam: Hier verdient ein Software-Entwickler durchschnittlich die Hälfte (oder weniger) dessen, was in Indien gezahlt wird. Insgesamt am billigsten ist aber laut Studie Ägypten. Nicht nur die Löhne rangieren unterhalb des Niveaus in anderen afrikanischen Ländern und Osteuropa. Auch die Büromieten sind niedrig: Der Quadratmeterpreis liegt in Ägypten bei 180 Dollar. Zum Vergleich: In Indien sind es 220 Dollar, auf den Philippinen 184 Dollar und in Bulgarien 239 Dollar. Und die Kosten für Strom, Telekommunikation und Internet zählen in Ägypten zu den niedrigsten der Welt. Hinzu kommt, dass die ägyptische Regierung ihre Offshore-Industrie aktiv unterstützt, indem sie neue Businessparks ("Smart Villages") schafft, in denen die jeweiligen Branchen - etwa Call-Center oder BPO - gebündelt vertreten sind.