Projekt von Alcatel-Lucent und T-Systems

Deutsche Forschungszentren über kommerzielle 100-Gbit-Technik vernetzt

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Auf einer 60 Kilometer langen Strecke zwischen den Hochleistungsrechenzentren der TU Dresden und der TU Bergakademie Freiberg kommt weltweit erstmals kommerzielle 100-Gbit/s-Technik zum Einsatz.

Das Projekt, das auf Alcatel-Lucents High-Leverage-Network (HLN)-Architektur basiert, ist die branchenweit erste Netzwerkinstallation mit aufeinander abgestimmten optischen Transportsystemen und IP-Service-Routern, die jeweils mit 100 Gigabit-Schnittstellen ausgestattet sind. Diese besondere Kombination soll die Skalierbarkeit eines Netzes von bisher 10 Gigabit und 40 Gigabit auf 100 Gigabit pro Wellenlänge verbessern, die Gesamtkosten und den Energieverbrauch senken und den Netzbetrieb vereinfachen.

Die neue Breitbandverbindung bietet den beiden Hochleistungsrechenzentren eine Umgebung für die Evaluierung der Eigenschaften von bandbreitenhungrigen Anwendungen und Diensten unter realen Bedingungen. Wissenschaftler der beiden Universitäten untersuchen dabei den Ressourcenbedarf von geclusterten virtuellen Servern, Lustre Wide-Area Dateisystemen, Network-Attached Storage-Systemen und Echtzeit-Videokonferenzen unter Hochlast.

Das Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH) an der TU Dresden und die TU Bergakademie Freiberg nutzen diese nächste Generation von Netzwerktechnologie, um ihre Anwendungsszenarien in einem bisher nicht verfügbaren Leistungsbereich zu testen. Beim Datenversand mithilfe des Lustre Wide-Area Dateisystems wird das ZIH im Rahmen einer bestehenden Kooperation eng mit der Indiana University zusammenarbeiten. Weiterhin sollen Anwendungen für Clustered Virtual Server und Network-Attached Storage sowie Videokonferenzen in Echtzeit getestet werden. Von besonderem Interesse ist dabei, wie sich die Dienstqualität (QoS) unter Hochlast entwickelt. Die Speicherinfrastruktur für die geplanten Tests wird als Bestandteil des Gesamtprojektes von DataDirect Networks (DDN) bereitgestellt.

"Mit dem steigenden Forschungsfokus auf Engineering in Freiberg wird High Performance Computing zu einer Kerntechnologie für uns", sagt Dr. Andreas Kluge, Direktor des Universitätsrechenzentrums der TU Bergakademie Freiberg. Das Testbett erlaube es, zukunftsweisende Konzepte für Hochgeschwindigkeitsrechnen in Sachsen zu erproben und mitzuentwickeln.

Kernelemente der Strecke zwischen der TU Dresden und der TU Bergakademie Freiberg sind Alcatel-Lucents optischer Transportknoten 1830 Photonic Service Switch mit 100 G "Next Generation Coherent"-Technologie und der 7750 Service Router mit 100 GbE-Schnittstelle.