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Deutsche Firmen verschicken nur zwei Prozent der Rechnungen elektronisch

07.08.2006
Eine Umfrage im Auftrag der Finland Post Group ergab, dass die Akzeptanz von elektronischen Rechnungen hierzulande im Vergleich zu den skandinavischen Ländern gering ist.

Bei der digitalen Rechnungslegung halten sich in Deutschland sowohl Firmen als auch Verbraucher zurück, so die Umfrage. Unternehmen hätten in der Vergangenheit oft schlechte Erfahrungen mit Lösungen für das E-Invoicing gemacht und blieben daher bei traditionellen Verfahren. Besonders gering sei die Quote bei kleinen und mittleren Firmen, die zwischen 98 und 99 Prozent ihrer Rechnungen in Papierform verschickten. Aber auch bei höherem Volumen steige der Anteil der elektronischen Dokumente nicht wesentlich an.

Im Gegensatz zu Finnland lagerten mittelständische Unternehmen bei uns ihre Rechnungsprozesse sehr selten aus. In Finnland vergeben jedoch 22 Prozent der Firmen diese Aufgaben an externe Dienstleister, in Schweden seien es immerhin noch zehn Prozent.

Ein wesentlicher Unterschied betreffe auch den Umgang mit eingehenden papierenen Rechnungen: Während die Skandinavier diese häufig direkt einscannen und anschließend in den elektronischen Workflow einspeisen, erfassen deutsche Unternehmen die Rechnung meist erst nach der Bezahlung zum Zweck der Archivierung.

Auch auf der Seite der Konsumenten bestehe in den nordischen Ländern eine größere Bereitschaft, elektronische Rechnungen zu akzeptieren. Während hierzulande nur 18 Prozent diese Form bevorzuge, seien es in Schweden bereits 39 Prozent. Und 66 Prozent der Deutschen wünschen sich auch in Zukunft die Papierform. Hingegen wollen 64 Prozent der Norweger ihre Rechnungen in den kommenden Jahren lieber elektronisch erhalten. (ws)