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Deutsche Chefs führen ungern Mitarbeitergespräche

19.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Handbücher zum Personal-Management preisen Mitarbeitergespräche und regelmäßiges Feedback als gute und kostengünstige Methode an, Mitarbeiter zu motivieren und zu fördern. Auf diese Weise erfahren Angestellte eine Wertschätzung ihrer Arbeit und können bei dieser Gelegenheit über Unstimmigkeiten im Arbeitsalltag oder Karriere- und Weiterbildungsperspektiven sprechen. Doch viele deutsche Chefs halten anscheinend wenig von solchen Aussprachen. Etwa die Hälfte führt nie Mitarbeitergespräche, bei 18 Prozent finden sie verbunden mit Zielvorgaben oder Leistungsbeurteilungen nur sehr selten oder in unregelmäßigen Zeitabständen statt. Nur in 31 Prozent der deutschen Firmen sprechen Vorgesetzte und Angestellte mindestens ein- bis zweimal im Jahr über berufliche Perspektiven und Ziele. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Jobbörse Stepstone, die 9.260 Jobsuchende in Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Italien, Belgien, Holland und Frankreich befragte.

Anscheinend fürchten sich deutsche Manager vor ihren Mitarbeitern, denn in keinem anderen europäischen Land finden so unregelmäßig oder überhaupt keine Gespräche statt. In Dänemark gehören sie zum Arbeitsalltag. Auf die Frage "Wie oft haben Sie mit Ihrem Chef ein Mitarbeitergespräch?" antworteten 62 Prozent der dänischen Befragten mit "Regelmäßig, mindestens ein- bis zweimal im Jahr", dagegen sprechen nur 21 Prozent in unregelmäßigen Abständen mit ihrem Vorgesetzten. In Schweden und Norwegen sind Mitarbeitergespräche ebenfalls beliebt; in 57 Prozent der schwedischen und 52 Prozent der norwegischen Unternehmen setzen sich Manager und Mitarbeiter mindestens ein- oder zweimal im Jahr für ein gemeinsames Gespräch zusammen. (iw)