Fraunhofer SIT und HUJI

Deutsch-israelische Kooperation für mehr Sicherheit im Internet

21.10.2015
Für Israel ist das Thema Cybersicherheit von erheblicher Bedeutung. Fraunhofer-Forscher wollen durch eine Kooperation mit einer Jerusalemer Hochschule deutschen Firmen den Markt öffnen.

Das Fraunhofer-Institut für sichere Informationstechnologie (SIT) will durch eine Kooperation mit der Hebrew University Jerusalem deutschen Firmen die Tür zur israelischen Branche für Cybersicherheit öffnen. "Viele deutsche Firmen suchen Zugang zur israelischen Forschungs- und Startup-Szene", sagte der SIT-Leiter Professor Michael Waidner der Deutschen Presse-Agentur in Jerusalem. "Mit unserem neuen Forschungszentrum fungieren wir als eine neutrale Schnittstelle."

Das Fraunhofer SIT und die HUJI wollen künftig zusammenarbeiten.
Das Fraunhofer SIT und die HUJI wollen künftig zusammenarbeiten.
Foto: Fraunhofer SIT

Die Hebrew University Jerusalem (HUJI) ist nach Angaben des Forschers eine der fünf großen Universitäten Israels und führend beim Thema Cybersicherheit. Über eine angewandte Spitztechnologieforschung von Fraunhofer verfüge Israel aber nicht, erläuterte Waidner: "Diese Lücke füllen wir." Am Mittwoch wird die Kooperationsvereinbarung der beiden Einrichtungen in Jerusalem unterzeichnet.

In dem Forschungszentrum sollen Projekte entwickelt werden, um die Sicherheit im Internet zu erhören, erklärte Waidner und nannte als Schwerpunkte der Forschungskooperation die Fragen: "Wie können Angriffe auf das Netz verhindert werden, welche Möglichkeit zu Virenabwehr gibt es, was brauchen wir für die Sicherheit von Zahlungssystemen und den Datenschutz?"

"Praktisch alle Regierungen und Unternehmen auf der Welt werden über das Internet angegriffen", sagte der SIT-Leiter, der zusätzlich einen Lehrstuhl für Sicherheit in der Informationstechnik an der Technischen Universität Darmstadt hat. "Aber Israel ist in einer deutlich anderen Situation als Deutschland." Israelische Firmen und Regierungsstellen würden deutlich mehr attackiert. "Es gibt ganz akute Probleme, deshalb ist Cybersicherheit eine deutlich kritischere Sache als bei uns."

Prof. Michael Waidner leitet das Fraunhofer SIT.
Prof. Michael Waidner leitet das Fraunhofer SIT.
Foto: Fraunhofer

Nach Einschätzung des SIT-Leiters steckt darin ein hohes Potenzial, das von Organisationen in Deutschland genutzt werden kann. Durch die Kooperation sollen Angebote der israelischen Startup-Szene von deutschen Unternehmen schneller verwertet damit auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestärkt werden können.

Die Planungen für das deutsch-israelische Forschungsprojekt liefen über rund ein Jahr und resultierten vor allem aus persönlichen Kontakten. "Wir haben schon ein gutes Netzwerk in Israel", betonte der Leiter des Fraunhofer-Instituts für sichere Informationstechnologie, das neue Verfahren für IT-Sicherheit erforscht und entwickelt und die Sicherheit von IT-Systemen bewertet und prüft. Arbeitsgebiete des SIT sind unter anderem die Sicherheit digitaler Identitäten, mobile digitale Sicherheit, IT-basierte Absicherung von Gebäuden und Anlagen sowie Cybersicherheit. (dpa/tc)