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Details zu Xerox' Bilanzmanipulationen

01.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-amerikanische Kopiererriese Xerox hat am vergangenen Freitag wie erwartet revidierte Bilanzen für die Jahre 1997 bis 2001 veröffentlicht. Bereits zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, über diesen Zeitraum hinweg habe der Konzern möglicherweise bis zu sechs Milliarden Dollar falsch verbucht, wenn auch nicht vorgetäuscht (Computerwoche online berichtete). In den neuen Zahlenwerken liegen die Einnahmen für die vergangenen fünf Jahre mit 91 Milliarden Dollar nun um 1,9 Milliarden Dollar oder etwa zwei Prozent unter dem zuvor ausgewiesenen Umsatz.

In der Folge reduziert sich auch der Gewinn vor Steuern deutlich, und zwar um 36 Prozent auf 1,41 Milliarden Dollar. Am deutlichsten fällt die Korrektur für das Jahr 1998 aus, in dem aus den zuvor berichteten 579 Millionen Dollar Vorsteuergewinn nach neuer Lesart plötzlich 13 Millionen Dollar Verlust werden.

Die neue Konzernchefin Anne Mulcahy erklärte, mit der Veröffentlichung der revidierten Bilanzen werde hoffentlich endlich "ein schwieriges Kapitel der Firmengeschichte geschlossen"; das Xerox-Management werde künftig bei der Bilanzierung die "höchste Integrität sicherstellen". Gleichzeitig äußerte das Unternehmen die Hoffnung, in diesem Jahr trotz erheblicher Restruktuierungsaufwendungen wieder zu substanzieller Profitabilität zurückzukehren. Unklar ist noch, ob die US-Börsenaufsicht SEC nach ihrem Vergleich mit Xerox vom Frühjahr - das Unternehmen zahlte seinerzeit bereits zehn Millionen Dollar Strafe - weitere Schritte einleitet, und welche Folgen die neuerliche Revision für den früheren Wirtschaftsprüfer KPMG nach sich ziehen könnte.

Die Aktie von Xerox fiel am vergangenen Freitag um 13 Prozent auf einen Schlusskurs von 6,97 Dollar, ihr 52-Wochen-Hoch liegt bei 11,45 Dollar. (tc)