Harald Berger | Freudenberg Haushaltsprodukte

Der Teamplayer

Riem Sarsam ist IDG-Redakteurin und leitet verantwortlich das CIO Leadership Excellence Program (LEP), eine exklusive Fortbildung für IT-Manager, gemeinsam veranstaltet von CIO und der WHU – Otto Beisheim School of Management .
Bei Freudenberg sorgt Harald Berger in 53 Ländern für durchgängige Prozessorientierung.

Als Kind wollte Harald Berger Fußballer werden. Am liebsten Torwart. Er erzählt das augenzwinkernd, ganz so ernst darf man diesen Kinderwunsch offensichtlich nicht nehmen. Trotzdem. Die Vorliebe für das Mannschaftsspiel ist dem CIO der Freudenberg Haushaltsprodukte KG (bekannteste Marke: Vileda) anscheinend geblieben.

Kurzporträt | Harald Berger

Geburtsjahr1963.

PositionCIO (seit 2002).

StationenManager Global Procurement Systems & Processes (2001),

Manager SAP Support Coordination, Braun AG/Gillette (1999).

AusbildungDiplomingenieur Mechanik, Master of Science, Promotion in Mathematik.

Ein CIO muss ... ein aktiver Beziehungsnetzwerker sein.

Er liest ..."Die Freiheit, aufzubrechen, wohin ich will" von Reinhold Messner

.

Er wollte mal ...Fußballer werden.

Unternehmen

Branche Konsumgüter.

Mitarbeiter2200.

IT des Unternehmens

Mitarbeiter50 weltweit.

IT-Budget15 Millionen Euro.

OrganisationShared-Service-Organisation.

ProjektEinführung eines Prozess-, System- und Organisations-Templates.

Ziel Hohe interne Reputation der IT-Organisation.

Völlig freie Hand

Als Berger 2002 zu dem in Weinheim ansässigen Unternehmen kam, gab es im Prinzip nur eine Aufgabe für ihn, aber die hatte es in sich: weltweit die Prozesse, Systeme und Organisationsstrukturen zu harmonisieren ("PATH-Programm"). Er hatte völlig freie Hand, wie das zu schaffen sein sollte. "Im Grunde", gibt er zu, "ist PATH mein Baby." Planung, Konzeption und Umsetzung lagen komplett in seiner Verantwortung. Dennoch will er nicht als Einzelkämpfer gesehen werden: "Ohne Teamarbeit und die offene Unternehmenskultur wäre das Projekt gar nicht möglich gewesen."

PATH steht für nicht weniger als eine durchgängige Prozessorientierung, standardisierte IT-Anwendungen auf SAP-Basis, Teamwork sowie eine weltweite Harmonisierung der Prozesse und der Organisationsstrukturen im Unternehmen. "Das ist aber kein SAP- und schon gar kein IT-Projekt", sagt der 44-Jährige. Mehr Change-Management als alles andere sei das gewesen, meint Berger, der, wenn das Projekt mal stockte, es immer wieder vorantrieb. Nicht nur seine eigenen Mitarbeiter holte er ins Boot. Wichtig war ihm auch, das Management vor Ort von Anfang an mit einzubeziehen.

Fast wie Fußball

Heute ist PATH in allen Ländern, in denen Freudenberg aktiv ist, an 21 Standorten implementiert. Trotz gelegentlicher Rückschläge und Enttäuschungen ist das ein großer Erfolg und Fortschritt für das Unternehmen also doch ein bisschen wie Fußballspielen.