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Der Streit um Java eskaliert erneut

07.05.1999
Anti-Sun-Allianz gegründet

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die mit Sun Microsystems´ Java-Politik unzufriedenen Unternehmen, darunter Branchenschwergewichte wie Hewlett-Packard (HP) und Microsoft, haben sich offiziell zum "J Consortium" zusammengeschlossen. Mit vereinten Kräften wollen sie die Entwicklung von Echtzeit-Erweiterungen an der Internet-Programmiersprache vorantreiben. Diese sind vor allem für den Einsatz in Embedded-Umgebungen, beispielsweise in der Fertigungsindustrie, unverzichtbar. Die Mitglieder des J Consortium sind nach Aussagen ihres Sprechers Kevin Nilson, seines Zeichens CTO (Chief Technology Officer) bei NewMonics, unzufrieden mit der Dominanz von Sun. Außerdem zeige die McNealy-Company zu wenig Interesse an der Entwicklung echter Produkte. Sun verwies in einer Erwiderung darauf, daß der hauseigene Prozeß der Entwicklung von Echtzeitkomponenten für Java offen sei.

Für die Standardisierung von Java will sich Sun nun wie bereits vermutet (CW Infonet berichtete) der European Computer Manufacturers Association (ECMA) bedienen. Die ECMA soll den Standard dann bei der International Standards Organization (ISO) einbringen und der neuen Programmiersprache so zum begehrten Status als ISO-Standard verhelfen. Der Umweg wird nötig, weil sich auf diese Weise das umstrittene neue Verfahren "Publicly Available Specification" (PAS) vermeiden läßt, das Sun jegliche Kontrolle über Java entziehen würde.