Web

Hugh Hefner

"Der" Playboy will den Playboy zurück

13.07.2010
Hugh Hefner (84) will sein Lebenswerk retten.

Der Gründer und Großaktionär des "Playboy" plant den Rückkauf des angeschlagenen Medienunternehmens und will es dann von der Börse nehmen. Hefner zeigte sich besorgt über die redaktionelle Ausrichtung des Männermagazins und das Renommee der berühmten Marke. Seit Jahren türmen sich hohe Verluste auf.

Hugh Hefner 2009 (© Glenn Francis, www.PacificProDigital.com via Wikimedia Commons)
Hugh Hefner 2009 (© Glenn Francis, www.PacificProDigital.com via Wikimedia Commons)
Foto: Glenn Francis, www.PacificProDigital.com

Hefner informierte das Management in einem Brief über seine Absichten. Der Verwaltungsrat ließ aber am Montag offen, ob er die Übernahme befürwortet. Hefners Offerte bewertet die gesamte Playboy Enterprises mit 185 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 147 Millionen Euro).

Nur Stunden nach Hefner meldete sich der Besitzer des Konkurrenzblattes "Penthouse" zu Wort. "Wir sind schon seit langem am 'Playboy' interessiert und erwägen ein alternatives Angebot", sagte Marc Bell, Chef von Friend Finder Networks, dem "Wall Street Journal".

Bell käme dabei allerdings an Hefner nicht vorbei, der 69,5 Prozent der Stimmrechte hält und zudem 30 Prozent der stimmrechtslosen Aktien besitzt. Und Hefner hatte bereits vorsorglich klargestellt, dass er seine Anteile weder verkaufen will, noch dass er seine Playboy Enterprises mit einem anderen Unternehmen verschmelzen möchte.

Er hatte das berühmte Männermagazin 1953 gegründet und ein ganzes Medienimperium drumherumgebaut - mit Clubs, Fernsehkanälen und einem Lizenzgeschäft für das berühmte "Bunny"-Logo. Doch seit dem Siegeszug des Internets sinkt die Auflage, die Werbung geht zurück. Der "Playboy" geriet in eine Schieflage.

Die aktuelle Konzernführung steuert mit einem strammen Sparkurs und der Auslagerung von Geschäften, etwa dem Online-Handel, dagegen. Der Umbau zeigt mittlerweile Wirkung: Der Verlust lag zuletzt nur noch bei einer Million Dollar im Quartal. Allerdings dürfte am Ende des Wandels nicht viel mehr von Playboy Enterprises übrig bleiben als eine Firma, die einen weltbekannten Namen vermarktet.

Hefner will den Kahlschlag verhindern. Um das Geschäft stemmen zu können, hat sich der Lebemann an den Finanzinvestor Rizvi Traverse gewandt. Der schaut gerade, wie er das nötige Geld bei den Banken zusammenbekommt. Hefner plant, den anderen Aktionären 5,50 Dollar je Anteilsschein zu zahlen, ein Aufschlag von rund 40 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es Spekulationen über eine Übernahme gegeben. Ein Kaufinteressent hatte es demnach vor allem auf das "Bunny"-Logo abgesehen, um es auf Kleidung drucken zu können. Sogar eine Einstellung des Männermagazins schien möglich. Hefner wehrte sich.

Der "Playboy" erscheint in fast 40 Ländern. Für das Magazin haben sich schon Jayne Mansfield, Ursula Andress, Kim Basinger, LaToya Jackson, Katarina Witt und die Schauspielerinnen von "Baywatch" ausgezogen. (dpa/tc)