IDC-Analyse

Der Markt für Server-Virtualisierung zieht an

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Anzeige  Laut einer Erhebung von IDC hat sich der Markt für Server-Virtualisierung in der Region Emea (Europe, Middle East, Africa) im vierten Quartal 2009 wieder erholt.

Fast 18 Prozent der im letzten Quartal 2009 ausgelieferten Server waren virtualisiert, berichten die Marktforscher. Gegenüber dem Vergleichzeitraum 2008 bedeutet das eine Steigerung um 16 Prozent. Auch die Umsätze mit Software für die Virtualisierung stiegen nach langer Zeit wieder um knapp 4 Prozent auf 158 Millionen Dollar. Die Zahl der verkauften Softwarelizenzen für Virtualisierung stieg um gut 8 Prozent. Betrachtet man das komplette Jahr 2009, ergeben sich sowohl hinsichtlich der Anzahl ausgelieferter virtualisierter Server als auch bezüglich der verkauften Softwarelizenzen Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich.

IDC-Analyst Nathaniel Martinez sieht im vierten Quartal 2009 gleich mehrere Anzeichen für eine Erholung des Marksegments Server-Virtualisierung: "Die Verfügbarkeit von CPU-Upgrades und die Bemühungen vieler Unternehmen, ihre IT-Infrastruktur zu virtualisieren führen dazu, dass lange aufgeschobene Modernisierungsprojekte jetzt angestoßen werden."

Generell beobachten die Analysten einen Trend zu bezahlten Hypervisoren. Im Gegensatz zu frei verfügbaren Systemen etwa aus der Open-Source-Community machten die kostenpflichtigen Virtualisierungs-Plattformen inzwischen 72 Prozent der Installationen auf neu gelieferten Servern aus (siehe auch: Server-Virtualisierung zum Nulltarif). Marktführer im x86-Segment bleibt VMware mit dem Flaggschiffprodukt VMware ESX, obwohl die diesbezüglichen Umsätze des Herstellers um knapp zwei Prozent zurückgingen. Das größte Wachstum erzielte Citrix mit dem inzwischen kostenlos erhältlichen XenServer. Auch Microsoft konnte mit Hyper-V Boden gut machen. Im Ranking der Server-Hersteller behauptet Hewlett-Packard seine führende Position in Sachen Virtualisierung. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum lieferte HP 12 Prozent mehr virtualisierte Server in der Region Emea aus. (wh)