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Der IT-Servicemarkt in Westeuropa stabilisiert sich

10.05.2006
IDC rechnet mit einem Wachstum von fünf Prozent pro Jahr bis 2010.

Nach einer Stagnation 2004 hat der westeuropäische Markt für IT-Services bereits im vergangenen Jahr wieder um 4,6 Prozent zugelegt. Den Marktforschern von IDC zufolge wird das Wachstum in diesem Jahr bei fünf Prozent per annum liegen und sich bei dieser Steigerungsrate bis 2010 stabilisieren.

Von den zweistelligen Zuwächsen der späten Neunziger Jahre ist der Markt damit noch weit entfernt. Die Experten rechnen daher auch mit einer zunehmenden Konsolidierung: "Ein durchschnittliches Wachstum von fünf Prozent reicht für die derzeit bestehende Zahl an Service-Providern nicht aus", begründet Mette Ahorlu, Senior Analyst bei IDC Europe.

Einige Nischensegmente - etwa Application Management oder IP-Telefonie - verzeichneten zwar derzeit beeindruckende Steigerungsraten. Der hohe Wettbewerbsdruck und die zunehmende Nutzung von Offshore-Resourcen in Niedriglohnländern drückten jedoch zunehmend auf die Margen. Um dauerhaft schneller als der Durchschnitt wachsen zu können, bleibe den großen Anbietern daher nichts anderes übrig, als Zukäufe zu tätigen. "Ich kann mir gut vorstellen, dass von den zehn europäischen Top-Playern in fünf Jahren nur noch fünf übrig sind", so die Expertin.

Einer der größten Wachstumstreiber ist die Übertragung von Tätigkeiten an externe Service-Provider. Länder, in denen Outsourcing auf große Akzeptanz stößt - etwa Großbritannien und Skandinavien - werden nach Ansicht von IDC schneller wachsen als die Märkte in Zentral- und Südeuropa, die dem Auslagern eher zurückhaltend gegenüberstehen.

Auch die zunehmende Investitionsbereitschaft der Unternehmen wirkt sich positiv auf den westeuropäischen IT-Servicemarkt aus. Vor allem die Segmente Beratung und Systemintegration sollen in einigen Ländern um sechs bis sieben Prozent pro Jahr bis 2010 zulegen. "Die Kunden gehen zwar noch immer vorsichtig mit ihrem Geld um, aber die allgemeine Stimmung wird besser", fasst Ahorlu zusammen.

"Während es noch vor ein paar Jahren fast ausschließlich um Kostensenkung ging, stehen heute das Thema Effizienz und die damit verbundenen Lösungen ganz oben auf der Agenda", so die Analystin weiter. Damit stiegen die Chancen für die Service-Provider, gleichzeitig wachse aber auch der Druck, den Mehrwert der IT für das Geschäft ihrer Kunden darzustellen: "Es herrscht momentan viel Skepsis gegenüber den Beratern und ihren vollmundigen Versprechungen." (sp)