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Datenschutz bei Online-Gesundheitsdiensten mangelhaft

14.11.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Viele deutsche Online-Gesundheitsdienste scheren sich nicht um die Themen Verbraucherschutz und Datensicherheit. Lediglich zwei Prozent der hiesigen Gesundheitsportale - darunter übrigens kein Krankenhaus - warnen die Surfer vor Datenmissbrauch durch Dritte. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Mummert + Partner, die 235 deutsche Anbieter wie Ärzteorganisationen, Krankenhäuser, Krankenversicherungen, staatliche Stellen, Selbsthilfegruppen und Pharmaunternehmen unter die Lupe genommen hat.

Insgesamt sammeln 15 Prozent der untersuchten Websites Nutzerdaten. Das tun vor allem die Pharmafirmen. Von den Internet-Datensammlern holen jedoch nur 28 Prozent die ausdrückliche Genehmigung der Surfer für die Archivierung oder Verwendung der persönlichen Informationen ein. Nur neun Prozent der untersuchten Websites sichern laut Mummert + Partner den Surfern einen vertraulichen Umgang mit den gesammelten Daten zu - von den 61 in der Studie berücksichtigten Krankenhäusern war kein einziges dabei. Von den Pharmafirmen versprechen immerhin 16 Prozent, mit den persönlichen Angaben diskret umzugehen. Insgesamt informieren lediglich vier Prozent der Gesundheitsdienste ihre Online-Besucher über Sicherheitsmaßnahmen im Internet.