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Datenklau in Amerika wird immer krasser

24.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mehr als 100.000 Kunden der US-amerikanischen Finanzdienstleister Wachovia und Bank of America sind darüber informiert worden, dass ihre Finanzdaten womöglich von Bankangestellten gestohlen und an Daten-Broker verkauft worden sind. Insgesamt könnten 700.000 Kunden von vier Banken betroffen sein, wie die Polizei in Hackensack, New Jersey, mitteilte, die die Ermittlung koordiniert.

Die BofA hat nach eigenen Angaben bislang rund 60.000 ihrer Kunden gewarnt, deren Namen sich auf sichergestellten Festplatten fanden, wie Firmensprecherin Alex Liftman gestern erklärte. "Wir versuchen so schnell wie möglich mit unseren Kunden zu kommunizieren", sagte Liftman. "Bislang haben wir keine Hinweise darauf, dass unsere Kundendaten für Betrug oder Identitätsdiebstahl missbraucht wurden."

Bei Wachovia wurden nach dessen Angaben Daten von 48.000 früheren und aktuellen Kunden entwendet. "Die Zahlen sind gestiegen, nachdem wir von der Polizei ständig neue Namen bekommen", erklärte Sprecherin Christy Phillips. Beide Institute gewähren ihren Kunden derzeit kostenlosen Einblick in ihre Kontobewegungen.

Der Bankdatenklau wurde am 28. April öffentlich, als die Polizei von Hackensack Anklage gegen neun Personen erhob, darunter sieben Bankangestellte. Neben den Niederlassungen von BofA und Wachovia in Charlotte waren außerdem die Commerce Bank in Cherry Hill, New Jersey, sowie die Pittsburgher PNC Bank betroffen. Letztere haben noch keine Details bekannt gegeben. (tc)