Ratgeber

Das VMware-vSphere-Lizenzmodell im Detail

Dipl. Inform. Johann Baumeister blickt auf über 25 Jahre Erfahrung im Bereich Softwareentwicklung sowie Rollout und Management von Softwaresystemen zurück und ist als Autor für zahlreiche IT-Publikationen tätig. Sie erreichen ihn unter jb@JB4IT.de
Software-Lizenzmodelle sind oft komplex. Auch die Lizenzkosten der Virtualisierungslösung vSphere von VMware sind nicht einfach zu durchschauen. Unser kurzer Abriss klärt über die wirklichen Kosten von VMware vSphere auf.

Die Lizenzierung von vSphere hatte 2011 für Aufregung gesorgt. Heute betont VMware auf seiner Webseite: "Das Preisgestaltungs- und Lizenzierungsmodell für VMware vSphere soll die Kosten von vSphere transparenter machen und den Kauf, die Bereitstellung und das Management von VMware-Produkten vereinfachen."

Vereinfachung ist auch notwendig, den die Lizenzgestaltung führte zu mancherlei Verwirrung. Mit vSphere 5.0 hatte VMware ein neues Lizenzmodell eingeführt, dass auf virtuellem Speicher basieren sollte. Bei diesem Modell bestimmte die Menge an virtuellem Speicher die verwendete Lizenz. Dieser Speicher sollte dann auf beliebige virtuelle Maschinen verteilt werden. Dieses Ansinnen von VMware aber führt zu Unmut unter den Anwendern und VMware änderte dieses Modell noch vor der Einführung ab und erhöhte den nutzbaren VRAM in den einzelnen Lizenzstufen. Doch auch das konnte nicht für Beruhigung sorgen. Schließlich kehrte VMware wieder zur Abrechnung nach Prozessor zurück.

Die Lizenz bemisst sich aktuell bei vSphere 5.5, wie schon bei vSphere 4 ausschließlich an der Zahl der physischen Prozessoren. Die Anzahl der CPU-Kerne und die Menge des physischen Arbeitsspeichers spielen keine Rolle mehr. Auch die Zahl der virtuellen Maschinen und die Menge des virtuellen Speichers sind nicht mehr beschränkt.

Übersichtlich: VMware vereinfacht mit vSphere 5 sein Lizenzmodell.
Übersichtlich: VMware vereinfacht mit vSphere 5 sein Lizenzmodell.
Foto: VMware

Neben dieser Betrachtungen der CPUs und des Speichers gibt es noch einen andern Blickwinkel auf die Lizenzen:.Den Unternehmen stehen derzeit zwei grundlegenden Lizenzmodelle zur Verfügung. VMware vSphere kann entweder Bestandteil eines Komplettpakets sein oder es wird als Edition erworben. Die Komplettangebote umfassen alle Lizenzen und Funktionen, die für die Virtualisierung einer Umgebung erforderlich sind. Bei den Editionen handelt es sich um Einzelprodukt-Angebote, die normalerweise für größere IT-Umgebungen mit einem breiteren Anforderungsspektrum konzipiert sind.

Zum Umfang einer Edition gehört immer das Basismodul des Hypervisors plus alle Funktionen für die grundlegende Konsolidierungen, Verbesserung der Verfügbarkeit, Datensicherheit, automatisches Ressourcenmanagement und Vereinfachung der Managementprozesse. Eine Edition umfasst den rechtmäßigen Betrieb von vSphere für bestimmte CPU-Kapazitäten und Kapazitäten von virtuellen Arbeitsspeichern. Falls diese Kapazitäten nicht ausreichen, müssen zusätzliche Lizenzen erworben werden. Eine vSphere Edition umfasst immer eine Einzellizenz mit einem Preis pro Prozessor. Die vSphere Editionen lassen sind aber nicht allein betreiben. Sie müssen immer in Kombination mit einer vorhandenen beziehungsweise separat erhältlichen vCenter Server Edition lizenziert werden.

Mit drei unterschiedlichen Editionen will VMware dem virtuellen Bedarf Rechnung tragen.
Mit drei unterschiedlichen Editionen will VMware dem virtuellen Bedarf Rechnung tragen.
Foto: VMware

Mit der Standard-Lizenz ist die Nutzung von 2,1 Terabyte vRAM-Speicher eingeschlossen. Eine virtuelle Maschine kann, bei gleichmäßiger Verteilung, 4,35 Gigabyte umfassen. In der Enterprise-Lizenz liegt die vRAM-Grenze bei 4,3 Terabyte oder 8,7 Gigabyte pro virtuelle Maschine. Am umfangreichsten ist der Support bei der Version Enterprise Plus. Bei ihr gilt die vRAM-Grenze von 6,5 Terabyte oder 13 Gigabyte pro virtuelle Maschine.

Details: VMware bündelt vSphere auch mit dem Operations Management und dessen Funktionen.
Details: VMware bündelt vSphere auch mit dem Operations Management und dessen Funktionen.
Foto: VMware

Daneben bündelt VMware vSphere aber auch mit weiteren Tools. So wird beispielsweise vSphere zusammen mit dem Operations Management gepackt. Hierbei gibt es wiederum mehrere Varianten:

• vSphere und das Operations Management Standard Edition. Sie dient als Einstiegspunkt zur Serverkonsolidierung.

• vSphere und das Operations Management Enterprise Edition zur Serverkonsoliderung, deckt die Aspekte der der Automatisierung und den Business Continuity zusätzlich ab.

• Die Enterprise Plus Edition von vSphere mit dem Operations Management beinhaltet das umfassendste Angebot. Sie beinhaltet alle jene Funktionen, um die Data Center in virtuelle Strukturen zu transferieren, zu überwachen und zu steuern.