Powerline

Das können Sie tun, wenn Powerline zu langsam ist

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Powerline ist nicht so schnell, wie es sein sollte? Das ist kein Einzelfall. Wir verraten, woran das liegen kann.
Hier sieht das Powerline-Tempo oft besser aus als es in der Praxis eigentlich ist.
Hier sieht das Powerline-Tempo oft besser aus als es in der Praxis eigentlich ist.

Hersteller von Powerline-Adaptern versprechen Geschwindigkeiten bis hin zu 1200 MBit/s über die Stromleitung. Bei Tests mit Messprogrammen und im praktischen Einsatz werden jedoch weit geringere Übertragungsraten erzielt. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Bei einigen können Sie Abhilfe schaffen, nicht aber bei allen.

Aus Marketing-Gründen geben die Hersteller von Powerline-Technik genau wie bei WLAN-Verbindungen immer nur Brutto-Datenraten an. Sie umfassen neben den Nutzdaten, also etwa Bilddateien, Fonts und Webseiten-Code, auch den Overhead des Protokolls. Es besteht aus den Protokolldaten für den Transport und die Steuerung der Übertragung. Bei TCP/IP nimmt dieser Header rund 20 Prozent der Übertragungsdaten ein, das bei Powerline verwendete Medien-Zugriffsprotokoll schluckt weitere Bandbreite. Auch die mitgelieferten Tools der Hersteller, wie etwa das dLAN Cockpit von Devolo, zeigen üblicherweise nur die aktuelle Brutto-Datenrate an. Die von den Anwendungen nutzbare Datenverbindung ist deutlich langsamer.

Genau wie bei einem WLAN sinkt die Datenrate rapide, sobald die Entfernung zwischen zwei Adaptern wächst. Gute Übertragungsgeschwindigkeiten erzielt man auch mit der kabelgebundenen Powerline-Technik lediglich bis zu einer Entfernung von etwa zehn bis 20 Metern. Grund: Stromleitungen sind erheblich schlechter abgeschirmt als beispielsweise Netzwerkkabel.

Wenn in Mehrfamilienhäusern mehrere Powerline-Verbindungen existieren, können sie sich gegenseitig beeinflussen und ausbremsen. Denn die Netze nutzen das gleiche Übertragungsmedium, ein Hochfrequenzsignal, das im gesamten Stromnetz vorhanden ist. Wenn daher in zwei nah beieinanderliegenden Powerline-Netzwerken Daten übertragen werden, sinken die Übertragungsraten bei beiden Verbindungen auf die Hälfte. Ein Elektriker kann über den Einbau eines Filters in den Sicherungskasten Abhilfe schaffen und so die Übertragung der Signale von einer Wohnung in die andere verhindern. Ein normaler Anwender jedoch hat keine Handlungsmöglichkeit.

Powerline-Verbindungen können gestört werden durch andere elektrische Geräte, die an einer Steckdose zwischen den beiden Adaptern hängen. Häufig geschieht das beim Anschluss von Schaltnetzteilen etwa zum Aufladen von Telefonen. Für diese Fälle existiert tatsächlich eine einfache Abhilfe: Stecken Sie das Gerät in die Buchse des Powerline-Adapters. In ihm sind Filter installiert, die solche Beeinträchtigungen verhindern. Falls Ihr Adapter keine solche Buchse aufweist, schließen Sie das Gerät an eine Steckdose an, die möglichst weit entfernt von Ihrer Powerline-Verbindung installiert ist.

(PC-Welt)