Multifunktions-Handy aus Schottland

Das iCEphone kommt

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Ursprünglich für die britische Armee konzipiert, will der schottische Hersteller The Medical Phone sein Smartphone ab dem kommenden Jahr auch Zivilisten anbieten.

Das Besondere an dem iCEphone von The Medical Phone ist die Möglichkeit, es je nach Verwendungszweck zu verändern. Es ist dazu in drei, durch Scharniere verbundene, Panels unterteilt, die der Nutzer nahezu nach Belieben anordnen kann. Das obere Panel enthält ein Drei-Zoll-Touchscreen-Display (mit mickrigen 240 mal 400 Pixel), das mittlere eine Qwertz-Tastatur und das untere eine Spielekonsole mit verschiedenen Tasten. Je nach Verwendungszweck wird aus dem iCEphone ein einfaches - wenn auch mit 210 Gramm Kampfgewicht ziemlich schweres und klobiges - Handy, ein Mini-Notebook, eine tragbare Spielekonsole oder ein Navigationssystem.

Handy, Mini-Notebook, Navi und Spielekonsole in einem: das iCEphone.
Handy, Mini-Notebook, Navi und Spielekonsole in einem: das iCEphone.
Foto: Medical Phone

Auch sonst geizt das in schwarz, bernsteinfarben, grün und blau angebotene Smartphone nicht mit Features. Dazu zählen neben GPS, WLAN oder HSDPA die Möglichkeit, zwei SIM-Karten zu nutzen. Weniger spektakulär sind dagegen die 3,1-Megapixel-Kamera oder das Betriebssystem Windows Mobile 6.0. Auch die Standbyzeit des 1250 mAh-Akkus ist mit drei Tagen eher Standard.

Seinen Namen erhielt das iCEphone übrigens von einem Notrufknopf ("in Case of Emergency) unterhalb der Tastatur. Ein Druck darauf informiert die Rettungskräfte darüber, dass der Nutzer Hilfe benötigt, teilt dessen Position via GPS mit und übermittelt die kompletten digitalen medizinischen Akten. Damit das Smartphone nach einem Unfall auch in der Lage ist, Hilfe zu rufen, ist es mit einem Gummigehäuse ausgestattet, das laut Hersteller, Regen, Schnee oder selbst Stürze von über einem Meter übersteht. Neben der Zusatzsoftware "iCEaid" gibt es noch weiteres Zubehör für spezielle Zwecke. Dazu zählt das "iCEpic" (Personal Information Carrier), ein USB-Gerät, um medizinische Daten sicher aufzubewahren und "iCE e-notes", eine Softwareapplikation für Ärzte und medizinische Mitarbeiter.

Als Weihnachtsgeschenk eignet sich das Gerät leider nicht - zumindest nicht 2008: The Medical Phone hat nach eigenen Angaben gerade erst mit der Produktion begonnen, erste Geräte sollen ab dem zweiten Quartal 2009 für unter 1000 Dollar auf den Markt kommen.