IT-Factory-Skandal

Dänischer Milliarden-Betrüger Bagger bekennt sich schuldig

16.12.2008
Der dänische Unternehmer Stein Bagger (41) hat am Dienstag spektakuläre Vorwürfe des Milliarden-Betrugs im Prinzip bestätigt.

Kurz nach seiner Ankunft in Kopenhagen nach der Abschiebung aus den USA bekannte sich Bagger vor einem Haftrichter des Betrugs und der Fälschung von Leasing-Verträgen für schuldig. Er will dabei von Gewaltverbrechern erpresst worden sein, die angeblich auch die Ehefrau und eine gemeinsame Tochter bedroht hätten.

Stein Bagger - ein größeres Bild war nicht aufzutreiben...
Stein Bagger - ein größeres Bild war nicht aufzutreiben...

Der Fall hat in Dänemark großes Aufsehen erregt, weil Baggers Software-Unternehmen IT Factory noch vor wenigen Wochen als besonders erfolgreich galt und der Unternehmer selbst mehrere angesehene Wirtschaftspreise einheimsen konnte. Als im November bekanntwurde, dass fast der gesamte Umsatz von IT Factory auf gefälschten Leasing-Verträgen basierte, verschwand Bagger spurlos. Der Insolvenzverwalter von IT Factory schätzt die Schadenssumme bisher auf mehr als eine Milliarde Kronen (umgerechnet 135 Millionen Euro), von denen Bagger ein Viertel in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll.

Der steckbrieflich gesuchte Unternehmer meldet sich nach eine Zwischenstation in Dubai letzte Woche bei einer Polizeistation in Los Angeles und wurde am Dienstag nach Kopenhagen gebracht. Zu den Geschädigten seiner Betrugsaktionen gehört unter anderem der frühere Radprofi Bjarne Riis, für dessen Rennteam Bagger als Co-Sponsor fungierte. (dpa/tc)