CeBIT 2010

Daddeln und Rocken auf der größten IT-Messe der Welt

Jan-Bernd Meyer betreut als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" ist Meyer zuständig. Inhaltlich betreut er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.   
In Halle 22 gab sich die CeBIT 2010 innovativ und ließ es rocken. Unter dem Motto "CeBIT Sounds!" sollte eine Themenplattform für Musiker und die Musikindustrie geboten werden.

So ganz dürfte das Konzept nicht aufgegangen sein. Diesen Eindruck konnte man zumindest beim Besuch der Halle 22 gewinnen.

Stolz hatten die Messeveranstalter auf ihrer Homepage geschrieben: "Es ist vollbracht!" In kürzester Zeit habe man es geschafft, mit der CeBIT Sounds! "eine innovative Businessplattform und Musikmesse ins Leben zu rufen". Von dieser Sonderschau verspricht sich die Deutsche Messe AG "viele fruchtbare Verbindungen für Musik und IT".

Beat und Business im harten Wechsel

Tatsächlich gleicht die Halle eher einer Spielhölle für Gamer. Fluchten von Spiele-PCs beherrschen das Bild. Und es wird gedaddelt, was das Zeug hält. Allerdings könnte man auch argumentieren, dass hier der Nachwuchs der IT-Branche sitzt. Sie auf der größten ITK-Messe der Welt zu vereinnahmen, ist vielleicht kein so unkluger Schachzug.

Auf einer veritablen Bühne spielen zudem interessante Bands wie "Timid Tiger". Etwas gewöhnungsbedürftig ist dabei der harsche Programmwechsel auf der Bühne zwischen Indi, Rock und Podiumsdiskussionen, zwischen Beat und Business.

Die Redebeiträge diskutieren aktuelle Themen wie "Selbstvermarktung versus Fremdvermarktung", "Lizenzmodelle", "Onlinemedien und ihre Geschäftsmodelle", "Wer bezahlt noch für Kreativität - wie kommen die Urheber zu ihrem Recht" etc.

Man darf gespannt sein, wie sich das Konzept der Halle 22 entwickelt. Alles scheint möglich. (jm)