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CSFB und Morgan Stanley sind Googles Konsortialführer

26.04.2004
Mit Credit Suisse First Boston und Morgan Stanley hat Google die Banken bestimmt, die seinen Börsengang begleiten sollen. Experten schätzen Googles Marktwert auf bis zu 25 Milliarden Dollar.

Die Internet-Suchfirma Google hat Credit Suisse First Boston und Morgan Stanley als Konsortialführer für ihren kommenden Börsengang gewählt, der vermutlich noch diese Woche offiziell angekündigt wird (Computerwoche.de berichtete). Dies berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Damit haben monatelange Spekulationen ein Ende, welche Wall-Street-Größen die zu erwartenden knapp 100 Millionen Dollar Investment-Banking-Gebühren einstreichen dürfen. Weder Google noch die genannten oder andere Investment-Banken haben die Gerüchte bisher offiziell bestätigt.

Dass Morgan Stanley mit an Bord ist, überrascht wenig. Für CSFB darf die Wahl durchaus als gelungener Coup durchgehen, speziell seit deren einst prominenter Hightech-Banker Frank Quattrone sich wegen Missbrauch im Zuge vergangener Börsengänge vor Gericht verantworten muss und die Credit-Suisse-Tochter vor zwei Jahren 100 Millionen Dollar Strafe an die US-Börsenaufsicht zahlte, um Vorwürfe aus der Welt zu schaffen, sie habe Investment-Firmen Aktien heißer Börsenkandidaten gegen üppige Provisionen zugeschanzt (natürlich wie üblich ohne Schuldeingeständnis).

Googles Börsengang dürfte einer der größten der US-amerikanischen Börsengeschichte werden und könnte im Erfolgsfall eine neue Welle von IPOs (Initial Public Offerings) im Hightech-Sektor auslösen. Das "Journal" fühlt sich jedenfalls in mancherlei Hinsicht an die 90er Jahre erinnert, als Netscape mit seinem Börsengang den Internet-Boom auslöste und in der Folge zahlreiche junge Firmengründer und ältere Venture-Capital-Hasen auf einen Schlag steinreich machte. Für Google können sich Experten eine Marktkapitalisierung von 25 Milliarden Dollar vorstellen - damit wäre die vor zehn Jahren noch nicht einmal existente Firma (börsen-)wertvoller als etwa die Kaufhauskette Sears Roebuck oder das Hotelimperium Marriott International.

Aber nicht alles gleicht der historischen "Internet Bubble". Google schreibt - nach Angaben eigener Manager - anders als viele frühere Internet-Hype-Companies schwarze Zahlen. Gleichzeitig wird Googles Börsengang viele der Reformen auf den Prüfstand stellen, die nach dem Platzen der Internet-Blase von den Aufsichtsbehörden installiert wurden. Diese zielen vor allem darauf, nicht die Investment-Banken und die Wall Street insgesamt auf Kosten vieler anderer Anleger zu bevorteilen.

Der Enthusiasmus hinsichtlich Googles Börsengang verdeutlicht die wachsende Bedeutung der Suchfunktion für die Art und Weise, wie Menschen mittlerweile das Netz nutzen - welche Sites sie besuchen, welche Nachrichten sie lesen und welche Produkte sie kaufen. Nicht ohne Grund investiert die werbetreibende Wirtschaft immer stärker auf Suchseiten, wo die Betreiber - neben Google vor allem auch Yahoo und Microsoft - Anzeigen kontextsensitiv platzieren können. (tc)